Zweibrütiger Würfel-Dickkopffalter (Pyrgus armoricanus)

Merkmale

Die Flügelspannweite des Zweibrütigen Würfel-Dickkopffalters (Pyrgus armoricanus) beträgt etwa 24–28 mm. Die Flügeloberseiten sind dunkelbraun, mit einem braun-weiß gestreiften Rand und auffälligen weißen Flecken auf der Vorderseite, die ein kontrastreiches Muster bilden. Die Unterseite der Hinterflügel ist rötlich- bis graubraun gefärbt und zeigt helle Adern sowie eine deutlich erkennbare Zeichnung im mittleren Flügelbereich.

Weitere Details und Fotos beim Lepiforum.

Verwechslungsmöglichkeit

Wie viele andere Arten der Gattung Pyrgus ist auch Pyrgus armoricanus im Freiland nur schwer von nah verwandten Arten zu unterscheiden. Besonders der Warrens Würfel-Dickkopffalter (Pyrgus warrensis) und der Sonnenröschen-Würfel-Dickkopffalter (Pyrgus alveus) ähneln ihm stark. Beobachtungen von Faltern dieser Artengruppe im Mai und September weisen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Pyrgus armoricanus hin, auch wenn witterungsbedingte Abweichungen möglich sind. Typisch für diese Art sind zudem die nur schwach ausgeprägten Flecken auf der Oberseite der Hinterflügel sowie die hellen Fühlerkolben, die sie von anderen Arten der Gattung unterscheiden. Eine zweifelsfreie Bestimmung der drei genannten Arten ist jedoch in der Regel nur durch eine Genitaluntersuchung möglich.

Nahrung der Raupe

Die Raupen ernähren sich vor allem von Fingerkraut (Potentilla-Arten); gelegentlich werden die Eier auch an Sonnenröschen (Helianthemum-Arten) abgelegt.

Lebensraum

Der Zweibrütige Würfel-Dickkopffalter besiedelt offene, sonnige Flächen mit spärlicher Vegetation, vor allem kurzrasige Magerweiden, trockene Magerrasen und Ruderalstellen mit offenem Boden, kommt aber auch an felsdurchsetzten Berghängen bis in Höhen um 1500 m vor.

Flugzeit als Falter

Die Art bildet meist zwei Generationen pro Jahr: die erste fliegt im Mai und Juni, die zweite im August und September. In kühleren Regionen kann sich die Entwicklung auf eine Generation beschränken, während in sehr warmen Sommern auch eine dritte Generation möglich ist.

Wie überdauert die Art den Winter?

Die Eier werden einzeln auf der Unterseite der Futterpflanzen abgelegt. Die Überwinterung erfolgt je nach Region und Klimabedingungen entweder im Ei- oder im Puppenstadium.

Lebensweise und Interessantes

Die Falter fliegen schnell und unruhig und halten sich gerne an offenen Bodenstellen auf. Für die Raupen sind kleinflächige, sonnige Lebensräume mit niedrigem Bewuchs entscheidend. Der Erhalt solcher Offenlandhabitate ist daher von zentraler Bedeutung für das Überleben der Art.

Auf europäischer Ebene wird Pyrgus armoricanus als „Ungefährdet“ (Least Concern) eingestuft. Regional kann die Art jedoch durch Habitatverlust, etwa durch Verbuschung oder Nutzungsaufgabe, zurückgehen. In Österreich ist sie in der Roten Liste mit dem Status „Stark gefährdet“ (Endangered, EN) geführt.

Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.

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