Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris teleius)
Merkmale
Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris teleius) erreicht eine Flügelspannweite von etwa 34–38 mm, einzelne Männchen können bis etwa 40 mm groß werden. Die Art zeigt einen ausgeprägten Sexualdimorphismus: Die Flügeloberseite der Männchen ist hell milchig silbrig-blau bis bläulich-grün gefärbt und besitzt einen relativ breiten graubraunen Saum. Der Schuppenbelag vor dem Saum ist häufig auffallend hell bis weißlich. Die für Maculinea typische Reihe länglicher dunkler Strichelflecke ist meist vollständig ausgebildet. Die Blaufärbung reicht bei beiden Geschlechtern in der Regel nur bis zu diesen Strichen und nur selten darüber hinaus. Die Weibchen sind überwiegend graubraun bis dunkelbraun gefärbt und zeigen oft eine mehr oder weniger deutliche bläuliche Bestäubung an der Flügelbasis. Die Flügelunterseite ist hellgrau bis mokkabraun. Charakteristisch ist die relativ regelmäßige Anordnung schwarzer, weiß umrandeter Punkte auf Vorder- und Hinterflügeln. Die Punktreihe auf der Hinterflügelunterseite ist meist vollständig und deutlich vom Flügelrand entfernt, was ein wichtiges Bestimmungsmerkmal darstellt. Die Randpunkte sind einfach ausgebildet; orangefarbene Randmonde fehlen vollständig.

Verwechslungsmöglichkeit
Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling kann mit anderen Ameisenbläulingen der Gattung Phengaris verwechselt werden, insbesondere mit dem Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous), dem Alcon-Bläuling (Phengaris alcon), dem Quendel-Ameisenbläuling (Phengaris arion) sowie dem Kreuzenzian-Ameisenbläuling (Phengaris rebeli). Am besten lässt sich der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling durch die hellere Oberseite der Männchen und die weiter vom Flügelrand entfernten Punktreihen auf der Unterseite erkennen. Im Gelände ist eine sichere Bestimmung jedoch oft schwierig und gelingt meist nur durch die Kombination aus Flügelmerkmalen, Flugzeit, Lebensraum und der jeweils beteiligten Wirtsameisenart; im Zweifelsfall ist eine Genitaluntersuchung erforderlich.
Nahrung der Raupe
Die Eier werden ausschließlich an den Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) abgelegt. Die jungen Raupen fressen zunächst in den Blütenköpfchen dieser Pflanze. Nach der dritten Häutung lassen sie sich zu Boden fallen und werden von Wirtsameisen der Gattung Myrmica – vor allem von Knotenameisen wie der Trockenrasen-Knotenameise (Myrmica scabrinodis) – in deren Nester getragen. Dort leben die Raupen räuberisch von der Ameisenbrut.
Lebensraum
Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling besiedelt vor allem extensiv genutzte Feucht- bis wechselfeuchte Wiesen, häufig auf kalkreichen Böden. Typische Lebensräume sind Pfeifengraswiesen, schwachwüchsige feuchte Hochstaudenfluren, wechselfeuchte Glatthaferwiesen, Streuwiesen und Flachmoore. Die Art kommt bis in Höhen von etwa 1400 m vor.
Flugzeit als Falter
Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling fliegt univoltin (eine Generation pro Jahr). Die Flugzeit liegt meist zwischen Ende Juni und August, abhängig von Region und Höhenlage; alpennahe Populationen können bereits ab Mai auftreten.
Wie überdauert die Art den Winter?
Die Art überwintert als Raupe im Ameisennest. Dort verbleibt sie über Herbst und Winter und verpuppt sich im späten Frühjahr oder Frühsommer.
Lebensweise und Interessantes
Der Helle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist eine hochspezialisierte, myrmekophile Art mit einem komplexen Lebenszyklus. Er ist strikt an das gleichzeitige Vorkommen der Futterpflanze, geeigneter Wirtsameisen und einer extensiven Bewirtschaftung gebunden. Die Art reagiert äußerst empfindlich auf Entwässerung von Feuchtwiesen, Düngung, Nutzungsintensivierung, zeitlich unpassende oder zu frühe Mahd sowie auf Nutzungsaufgabe, Verbrachung und Verbuschung.
Phengaris (Maculinea) teleius gilt auf europäischer Ebene als streng geschützt und ist in Anhang II und IV der FFH-Richtlinie gelistet. In Österreich wird die Art in der Roten Liste als gefährdet (VU – Vulnerable) geführt.
Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.


