Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling
(Phengaris nausithous)

Merkmale

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous) erreicht eine Flügelspannweite von etwa 28–33 mm; gelegentlich treten auch Zwergexemplare auf. Die Art zeigt einen deutlichen Sexualdimorphismus: Die Flügeloberseite der Männchen ist dunkelblau, mit einem sehr breitem schwarzbraunem Rand, während die Weibchen oberseits dunkelbraun sind; selten sind an der Flügelbasis einige blau bestäubte Schuppen erkennbar. Die typischen „Maculinea“-Striche (tropfenförmige schwarze Flecken) sind beim Männchen deutlich ausgeprägt, beim Weibchen dagegen nur schwach sichtbar. An den Flügelrändern besitzen beide Geschlechter eine ungescheckte, helle Befransung. Die charakteristischen Flügelunterseiten sind bei beiden Geschlechtern grau- bis zimtbraun und zeigen eine stark reduzierte, einreihige Punktezeichnung; im Saumbereich fehlen Punkte vollständig. Die vorhandenen Punkte sind klein und nur schwach hell umrandet.

Weitere Details und Fotos beim Lepiforum.

Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling - Phengaris nausithous
Foto: Eva Hengsberger

Verwechslungsmöglichkeit

Am häufigsten wird der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous) mit dem Hellen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris teleius), dem Thymian-Ameisenbläuling (Phengaris arion), dem Enzian-Ameisenbläuling (Phengaris alcon) und dem Alpinen Ameisenbläuling (Phengaris rebeli) verwechselt. Die Arten unterscheiden sich in feinen Merkmalen des Erscheinungsbildes, insbesondere auf der Flügelunterseite. Entscheidend sind dabei die Punktreihen (fehlende Randpunkte) sowie die dunklere Gesamttönung des Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings.

Nahrung der Raupe

Die junge Raupe frisst zunächst an den Blüten des Großen Wiesenknopfs (Sanguisorba officinalis). Nach mehreren Häutungen verlässt sie die Pflanze und wechselt in eine zweite, entscheidende Phase: Sie wird von Wirtsameisen (vor allem der Roten Gartenameise, Myrmica rubra) ins Nest getragen und ernährt sich dort als Parasit überwiegend von Ameisenbrut.

Lebensraum

Typische Lebensräume sind feuchte Hochstaudenfluren und -säume, Feuchtwiesen sowie wechselfeuchte Glatthaferwiesen. Besonders charakteristisch sind extensiv genutzte, strukturreiche Feucht- bis Nasswiesen (z. B. Flussauen- und Streuwiesen), in denen der Große Wiesenknopf in geeigneten Beständen vorkommt und zugleich passende Myrmica-Nester vorhanden sind. Gelegentlich besiedelt die Art auch schmale Randstrukturen. Sie kommt meist bis etwa 1000 m, selten auch bis 2000 m Höhe vor.

Flugzeit als Falter

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling fliegt in einer Generation pro Jahr. Die Flugzeit dauert etwa sechs Wochen, meist von Anfang Juli bis Ende August (regional und höhenlagenabhängig variabel).

Wie überdauert die Art den Winter?

Die Überwinterung erfolgt als Raupe im Ameisennest; auch die Verpuppung findet dort statt. Nach dem Schlupf muss der Falter das Nest rasch verlassen.

Lebensweise und Interessantes

Die Art ist auch unter den Namen Schwarzblauer Bläuling oder Dunkler Moorbläuling bekannt; wissenschaftlich wurde sie früher häufig unter Maculinea nausithous geführt.

Die Falter sitzen gerne auf den Blüten des Großen Wiesenknopfs (Sanguisorba officinalis) und saugen dort Nektar. Die Raupen können im frühen Entwicklungsstadium (in den Blüten des Großen Wiesenknopfs) von der Schlupfwespe Neotypus melanocephalus parasitiert werden.

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist stark spezialisiert: Für die frühe Raupenentwicklung benötigt er den Großen Wiesenknopf, für die weitere Entwicklung bis zum Falter eine geeignete Wirtsameise. Dadurch reagiert die Art besonders empfindlich auf Umweltveränderungen wie Entwässerung, Düngung, Nutzungsaufgabe, Verbrachung, landwirtschaftliche Intensivierung und ungeeignete Mahd – etwa während der Haupt-Eiablagezeit oder bei vollständiger Mahd ohne Rückzugsstreifen. Entscheidend sind ausreichend feuchte Standorte und eine angepasste Bewirtschaftung mit geeigneten Mahdzeitpunkten, damit Blütenköpfe für die Eiablage erhalten bleiben und Ameisennester nicht zerstört werden.

Europarechtlich ist die Art streng geschützt (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU, FFH-Anhang II und IV). In Österreich wird Phengaris nausithous in der Roten Liste als gefährdet (VU – Vulnerable) geführt.

Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.

Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist relativ selten und wurde im Monitoring daher nicht in allen Jahren oder nur mit sehr wenigen Individuen nachgewiesen. Informationen zur Bestandsentwicklung sind daher unvollständig.

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