Quendel-Ameisenbläuling (Phengaris arion)

Merkmale

Der Quendel-Ameisenbläuling (Phengaris arion) ist eine der größten heimischen Bläulingsarten mit einer Flügelspannweite von etwa 33–42 mm. Die Art zeigt einen Sexualdimorphismus: Die Flügeloberseite der Männchen ist tiefblau mit deutlich dunkelbraunem Rand und der für die Gattung Phengaris typischen markanten, länglich schwarzen „Tropfenbefleckung“. Die Weibchen sind insgesamt dunkler gefärbt und zeigen meist noch größere schwarze Flecken auf den Vorderflügeln.
Die Unterseite ist hell grau- bis ockerfarben mit schwarzen Punkten und unregelmäßiger Zeichnung. Die Basis der Hinterflügelunterseite ist meist deutlich blau bestäubt.

Weitere Details und Fotos beim Lepiforum.

Verwechslungsmöglichkeit

Der Quendel-Ameisenbläuling ähnelt anderen heimischen Ameisenbläulings-Arten. Im Vergleich zu diesen sind die schwarzen Punkte auf der Hinterflügelunterseite aber deutlich größer und in drei Punktreihen, die parallel zum Flügelrand verlaufen angeordnet. Einige andere Arten der Ameisenbläulinge haben im Gegensatz dazu nur eine oder zwei Punktreihen. Zudem ist der schwarze Flügelrand auf der Oberseite der Männchen beim Quendel-Ameisenbläuling breiter ausgeprägt als bei den anderen Arten.

Nahrung der Raupe

Die Weibchen legen ihre Eier einzeln an Blüten von hauptsächlich Thymian (Thymus pulegioides und Thymus serpyllum) oder Dost (Origanum vulgare) ab. Nach dem Schlupf fressen die jungen Raupen zunächst an den Blütenköpfchen. Ab dem 4. Larvenstadium leben die Raupen parasitär: Sie werden von Ameisen der Gattung Myrmica sabuleti (Knotenameisenart) aufgenommen und ins Ameisennest getragen. Dort leben sie räuberisch von Ameisenbrut und überwintern teils mehrmals im Nest.

Quendel-Ameisenbläuling - Phengaris arion
Foto: Petra Zimmeter
Quendel-Ameisenbläuling - Phengaris arion
Foto: Alfred Leitgeb

Lebensraum

Die Art besiedelt vorzugsweise sonnige, trockene und nährstoffarme Magerrasen, kalkhaltige Wacholderheiden, Halbtrockenrasen sowie offene Weiden mit lückigem Bewuchs und offenen Bodenstellen. Entscheidend ist das Vorkommen der Futterpflanzen Thymian und Dost in Kombination mit geeigneten Myrmica-Ameisennestern. Der Falter kommt bis in Höhen von über 1.500 m, gelegentlich sogar bis etwa 2.300 m vor.

Flugzeit als Falter

Die adulten Falter fliegen in einer Generation pro Jahr von Anfang Juni bis Ende August, mit Hauptflugzeit im Juli.

Wie überdauert die Art den Winter?

Die Überwinterung erfolgt im Ameisennest. Die von den Wirtsameisen adoptierten Raupen verbringen dort die kalte Jahreszeit und verpuppen sich im folgenden Frühjahr.

Lebensweise und Interessantes

Der Quendel-Ameisenbläuling, auch Thymian- oder Schwarzfleckiger Ameisenbläuling genannt, ist eine stark spezialisierte Art. Sein Vorkommen hängt von der gleichzeitigen Präsenz geeigneter Futterpflanzen und Wirtsameisen ab; nur wenn beide Faktoren gegeben sind, können stabile Populationen bestehen. Die Raupen leben im Ameisennest parasitisch von der Ameisenbrut, was die Art besonders empfindlich gegenüber Veränderungen im Lebensraum macht.

Der Quendel-Ameisenbläuling ist vor allem durch Sukzession und Verbuschung, Nutzungsaufgabe oder Nutzungsintensivierung gefährdet. Bestände sind in vielen Regionen stark zurückgegangen. Der Falter gilt auf internationaler Ebene als gefährdet und ist europarechtlich streng geschützt (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU, Anhang IV). In Österreich ist er in der Roten Liste mit „Near Threatened, NT“ (Vorwarnstufe) eingestuft.

Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.

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