Weißbindiges Wiesenvögelchen – Perlgrasfalter
(Coenonympha arcania)
Merkmale
Das Weißbindige Wiesenvögelchen (Coenonympha arcania) erreicht eine Flügelspannweite von 28–35 mm. Die Vorderflügel sind warm orangebraun, die Hinterflügel dunkelbraun; beide Flügel besitzen rauchbraune Ränder und sind weiß befranst. Insgesamt ist die Oberseite meist weniger auffällig als die Unterseite. Die sichersten Bestimmungsmerkmale liefert die Unterseite: Auf der Hinterflügelunterseite ist eine helle, silbrig-weißliche Querbinde deutlich erkennbar, dazu kommen klar abgesetzte, gelb umrandete Augenflecken in variabler Größe. Der erste Augenfleck sitzt am Innenrand der Binde, die übrigen am Außenrand. Typisch ist außerdem ein größerer „Zahn“ der weißen Binde nach innen; der Innenrand der Binde verläuft insgesamt nicht parallel zum Flügelrand. Die Vorderflügelunterseite ist meist orangebraun und trägt einen Augenfleck.

Verwechslungsmöglichkeit
Verwechslungen sind vor allem mit anderen Coenonympha-Arten möglich. Für eine sichere Bestimmung sind insbesondere die Hinterflügelunterseite mit heller Querbinde sowie die Augenfleckenzeichnung entscheidend. Besonders ähnlich ist das Darwins Wiesenvögelchen (Coenonympha darwiniana). Bei dieser Art ist der Innenrand der weißen Binde auf der Hinterflügelunterseite regelmäßig gewellt, und der erste Augenfleck ist von der Binde eingeschlossen. Mit diesen Merkmalen lässt sich auch das sehr ähnliche Alpen-Wiesenvögelchen (Coenonympha gardetta) abgrenzen; zusätzlich sind bei ihm die Augenflecke nicht gelb beringt.
Nahrung der Raupe
Die Raupen fressen an verschiedenen Gräsern (Poaceae), z. B. Wolligem Honiggras (Holcus lanatus), Schaf-Schwingel (Festuca ovina) oder Fieder-Zwenke (Brachypodium pinnatum), außerdem an Rispengräsern (Poa) und Perlgrasarten (Melica).
Lebensraum
Das Weißbindige Wiesenvögelchen besiedelt vor allem buschdurchsetzte, magere Grasfluren sowie Trockenwiesen in lichten Wäldern und in (ehemaligen) Mittel- und Weidewäldern. Seltener findet man es auch in Feuchtgebieten, etwa auf verbuschenden ehemaligen Streuwiesen. Die Art ist meist bis 1200 m anzutreffen, gelegentlich auch bis 1500 m Höhe.
Flugzeit als Falter
Das Weißbindige Wiesenvögelchen fliegt in der Regel in einer Generation pro Jahr, selten kommt es zu einer partiellen zweiten Generation.
Wie überdauert die Art den Winter?
Das Weißbindige Wiesenvögelchen überwintert im Raupenstadium.
Lebensweise und Interessantes
Das Weißbindige Wiesenvögelchen wird auch Perlgrasfalter oder Bergwald-Perlmuttfalter genannt. Der wissenschaftliche Artname leitet sich von „arcanus“ (= geheim) ab.
Die Falter sitzen oft mit geschlossenen Flügeln an sonnigen Stellen; dabei richten sie die Flügelunterseiten zur Sonne und wirken dadurch schräg sitzend.
Obwohl die Art anhand der Unterseitenzeichnung meist gut zu erkennen ist, kommt es in der Praxis immer wieder zu Verwechslungen. Hinzu kommt, dass die Abgrenzung innerhalb der nahe verwandten Gruppe um Coenonympha arcania und C. gardetta nicht einheitlich ist. Je nachdem werden zwei, teils aber auch drei bis vier Arten unterschieden. Einzelne Formen werden dabei unterschiedlich bewertet und entweder als eigene Art, als Unterart oder als Übergangsform aufgefasst. Auch Hybridisierungen zwischen nah verwandten Formen sind bekannt. Deshalb kann die Bestimmung im Einzelfall trotz typischer Merkmale schwierig sein.
Die Umweltansprüche der Art sind nicht sehr spezialisiert, dennoch führen vor allem der Verlust wichtiger Übergangsbereiche zwischen Wald und Offenland sowie die Verbuschung infolge der Aufgabe extensiver Landwirtschaft regional zu deutlichen Bestandsrückgängen.
In Österreich gilt Coenonympha arcania derzeit als ungefährdet (LC – Least Concern).
Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.
Das Weißbindige Wiesenvögelchen ist relativ selten und wurde im Monitoring daher nicht in allen Jahren oder nur mit sehr wenigen Individuen nachgewiesen. Informationen zur Bestandsentwicklung sind daher unvollständig.


