Resedafalter (Pontia edusa)
Merkmale
Der Resedafalter (Pontia edusa) ist ein kleiner bis mittelgroßer Weißling mit einer Flügelspannweite von etwa 36–48 mm. Die Flügeloberseite ist überwiegend weiß. Die Vorderflügel tragen an der Spitze eine schwarzgraue Zeichnung. Auf der Hinterflügeloberseite ist die schwarze Fleckenzeichnung beim Weibchen meist stärker ausgeprägt als beim Männchen. Zudem besitzt das Weibchen auf der Vorderflügeloberseite einen dunklen Fleck am unteren Flügelrand, der beim Männchen fehlt (Sexualdimorphismus). Beim Männchen der zweiten Generation ist die Zeichnung häufig insgesamt dunkler und ähnelt dann derjenigen des Weibchens der ersten Generation. Die Flügelunterseite ist bei beiden Geschlechtern olivgrün marmoriert. Die Hinterflügelunterseite ist graugrün bis olivfarben und sehr variabel gezeichnet, während die Vorderflügelunterseite insgesamt hell ist und eine grünlich gemusterte Spitze zeigt. Diese grünliche Tarnzeichnung ist typisch für die Gattung Pontia.

Verwechslungsmöglichkeit
Grundsätzlich kann der Lebensraum für eine Bestimmung der Art hilfreich sein. Dennoch kann der Resedafalter mit dem Weibchen des Aurorafalters (Anthocharis cardamines) verwechselt werden. Beim Resedafalter ist der schwarze Fleck an der Flügelspitze auf der Oberseite des Vorderflügels allerdings deutlich mit weißen Punkten durchsetzt; außerdem ist der Fleck etwa in der Flügelmitte groß und eher rechteckig. Im Vergleich zur ebenfalls grün gemusterten Flügelunterseite des Aurorafalters wirkt das Muster beim Resedafalter insgesamt ruhiger und gleichmäßiger grün-weiß gezeichnet. Auch der Alpenweißling (Pontia callidice) ist ähnlich, bei ihm ist die Schwarzzeichnung auf der Flügeloberseite jedoch bei beiden Geschlechtern deutlich schwächer ausgeprägt. Zudem bilden die grünlichen Flecken auf der Unterseite der Hinterflügel beim Alpenweißling ein pfeilförmiges Muster im Gegensatz zu den rundlichen Flecken des Resedafalters.
Nahrung der Raupe
Die Raupen ernähren sich von Kreuzblütlern (Brassicaceae), darunter Reseden (Reseda spp.), insbesondere die Gelbe Resede (Reseda lutea), sowie Senfarten (z. B. Bauernsenf Teesdalia nudicaulis), Steinkraut (Alyssum spp.).
Lebensraum
Der Resedafalter ist eine wärmeliebende Offenlandart. Er besiedelt trockene bis mäßig trockene, oft sandige oder steinige, sonnige Lebensräume mit lückiger Vegetation. Typisch sind Magerrasen, Ackerbrachen, Ruderalflächen, Trockenrasen, Bahndämme, Wegränder sowie Störstellen in extensiv genutzten Agrarlandschaften. Die Art kommt von der Ebene bis in montane Lagen vor, regional sogar bis etwa 2000 m Höhe.
Flugzeit als Falter
Der Resedafalter fliegt meist in mehreren Generationen pro Jahr; in Südeuropa können sogar vier bis fünf Generationen auftreten. Die Flugzeit reicht – abhängig von Region und Witterung – von April bis Oktober, mit deutlichen Flugspitzen im Frühjahr und im Hochsommer.
Wie überdauert die Art den Winter?
Die Art überwintert im Puppenstadium.
Lebensweise und Interessantes
Der Resedafalter wird auch Resedaweißling genannt. Er ist ein schneller und ausdauernder Flieger, der häufig offene, warme Flächen überfliegt. Als Wanderfalter kann er in günstigen Jahren sogar bis nach Südskandinavien vordringen. Aufgrund seiner Mobilität ist er in der Lage, neu entstandene Offenflächen rasch zu besiedeln und profitiert lokal von Rohbodenstellen sowie extensiver Nutzung.
In Österreich wird Pontia edusa derzeit auf der Roten Liste als nicht gefährdet (LC – Least Concern) eingestuft.
Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.


