Randaugen-Mohrenfalter (Erebia meolans)

Merkmale

Der Randaugen-Mohrenfalter (Erebia meolans) ist mit einer Flügelspannweite von etwa 38–54 mm eine vergleichsweise große Art innerhalb der Gattung Erebia. Die Flügeloberseite der Männchen ist schwarzbraun gefärbt und zeigt eine orangefarbene, gefleckte Binde mit zwei großen, schwarzen, weiß gekernten Augenflecken sowie mehreren kleineren Augenflecken. Auf der Hinterflügeloberseite liegen die Augenflecken am äußeren Rand der orangefarbenen Binde und sind meist oval eingefasst.
Die Weibchen sind insgesamt heller braun gefärbt und zeigen aufgehellte Flügelränder. Die Flügelunterseite der Männchen ist überwiegend braun und trägt zumindest auf den Vorderflügeln eine deutlich ausgeprägte orange Binde, die gelegentlich auch auf den Hinterflügeln auftritt. Die Unterseite der Weibchen ist insgesamt heller; auf den Vorderflügeln zeigt sich eine orange Binde, während die Hinterflügelunterseite eine feine, weißliche Binde aufweist. Zur Flügelbasis hin finden sich zudem verstreute weiße Punkte.

Weitere Details und Fotos beim Lepiforum.

Randaugen-Mohrenfalter - Erebia meolans
Foto: Adrian

Verwechslungsmöglichkeit

Der Randaugen-Mohrenfalter kann mit anderen Arten der Gattung Erebia verwechselt werden; oft liefert vor allem die Flügelunterseite die entscheidenden Hinweise. Vom Rundaugen-Mohrenfalter (Erebia medusa) und vom Doppelaugen-Mohrenfalter (Erebia oeme) lässt er sich meist durch eine (helle) Binde auf der Hinterflügelunterseite unterscheiden – auch wenn diese gelegentlich nur schwach ausgeprägt ist. Im direkten Vergleich fallen zudem die weiter außen liegenden Augenflecken innerhalb der orangefarbenen Binde der Vorderflügel als Merkmal auf. Auch gegenüber dem Graubindigen Mohrenfalter (Erebia aethiops), der ebenfalls eine helle Binde auf der Hinterflügelunterseite besitzt, hilft die Position der Augenflecken bei der Abgrenzung. Dem Steirischen Mohrenfalter (Erebia stirius) – besonders dem Männchen – ähnelt der Randaugen-Mohrenfalter ebenfalls; bei ihm ist jedoch die orange Binde auf der Vorderflügelunterseite meist deutlich schärfer vom übrigen, sehr dunklen Flügelbereich abgesetzt.

Nahrung der Raupe

Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Gräsern (Poaceae), bevorzugt von niedrig wachsenden Arten. Dazu zählen unter anderem Schwingel-Arten wie Schafschwingel (Festuca ovina), Borstgras (Nardus stricta), Draht-Schmiele (Deschampsia flexuosa) sowie Rotes Straußgras (Agrostis capillaris).

Lebensraum

Der Randaugen-Mohrenfalter besiedelt trockene, steinige Lebensräume mit lückiger Vegetation. Typisch sind felsige, oft kalkreiche Hänge, stein- oder schotterdurchsetzte Bereiche, Erdabrissstellen, Waldränder und Schotterhalden. Die Art kommt meist in subalpinen als auch in alpinen Lagen vor und reicht aber insgesamt von etwa 600 m bis in hochalpine Bereiche um 2500 m Höhe.

Flugzeit als Falter

Der Randaugen-Mohrenfalter fliegt univoltin (eine Generation pro Jahr) von Juni bis August.

Wie überdauert die Art den Winter?

Die Art überwintert im Raupenstadium.

Lebensweise und Interessantes

Der Randaugen-Mohrenfalter wird auch als Gelbbindiger Mohrenfalter bezeichnet. Er hält sich bevorzugt auf sonnigen, offenen Schutthalden sowie auf steinigen, oft kalkreichen Felsstandorten auf. Entlang neu angelegter Straßen oder Wegränder kann sich die Art zeitweise gut entwickeln, jedoch nur so lange, wie die Vegetationsdecke offen bleibt.

Bestandsrückgänge sind vor allem auf Lebensraumverlust durch Gehölzsukzession, Verbuschung, Aufforstung und andere Nutzungsänderungen zurückzuführen.

In Österreich wird Erebia meolans in der Roten Liste als gefährdet (VU – Vulnerable) geführt.

Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.

Werde Teil von Viel-Falter!

Beobachte Schmetterlinge!

Viel-Falter