Idas-Bläuling (Plebejus idas)

Merkmale

Der Idas-Bläuling (Plebejus idas) hat eine Flügelspannweite von meist etwa 14–16, regional sogar 28–32 mm. Wie in der Größe ist die Art auch in Färbung und Zeichnung recht variabel und zeigt zudem einen deutlichen Sexualdimorphismus: Männchen sind oberseits meist violettblau bis blau mit schmalem dunklem Rand. Weibchen sind sehr divers: Im Gebirge sind sie oft braun und nahezu zeichnungslos, in tieferen Lagen dagegen häufiger lilablau mit leuchtend orangefarbenen Saumflecken. Die Befransung der Flügel ist beim Männchen leicht gescheckt, beim Weibchen in der Regel ungescheckt. Die Flügelunterseite des Männchens ist hell lehmfarben, bläulich grau oder „schmutzig weiß“, die der Weibchen eher bräunlich grau. Bei beiden Geschlechtern sind die Unterseiten schwarz gefleckt und zeigen orangefarbene Randmonde; nach innen schließen sich relativ spitze, pfeilförmig wirkende schwarze Mondsicheln an. Auf der Hinterflügelunterseite ist zudem die charakteristische metallisch blau glänzende Fleckenreihe im Saumbereich zu sehen.

Weitere Details und Fotos beim Lepiforum.

Idas Blaeuling - Plebejus
Foto: Flocci Nivis

Verwechslungsmöglichkeit

Verwechslungen sind vor allem mit dem Argus-Bläuling (Plebejus argus) und dem Kronwicken-Bläuling (Plebejus argyrognomon) möglich. Ein wichtiges, aber nur aus der Nähe erkennbares Merkmal ist der beim Idas-Bläuling fehlende Dorn an der Vorder- und Mitteltibia (Beinsegmente), der beim Argus-Bläuling vorhanden ist. Außerdem ist der schwarze Rand der Flügeloberseite beim Idas-Bläuling meist schmaler. Das Männchen des Argus-Bläulings hat zudem meist eine ungescheckte Befransung und ist häufig etwas kleiner. Gegenüber dem Kronwicken-Bläuling ist die Trennung oft schwierig; in problematischen Fällen ist eine Genitaluntersuchung die sicherste Methode.

Nahrung der Raupe

Die Raupen nutzen ein breites Spektrum an Schmetterlingsblütlern (Fabaceae), regional auch Heidekrautgewächse: Besenginster (Cytisus scoparius), verschiedene Klee-Arten (Trifolium spp.) wie Weißer Steinklee (Melilotus alba) und Gewöhnlicher Hornklee (Lotus corniculatus), außerdem Besenheide (Calluna vulgaris) und Schneeheide (Erica carnea). Selten wird auch Sanddorn (Hippophae rhamnoides) genutzt.

Lebensraum

Der Idas-Bläuling besiedelt vor allem magere, karg bewachsene, sonnige Standorte, etwa Sand- und Flussschotterheiden, Kalkmagerrasen, trockene Ruderalfluren sowie Ginster- und Calluna-Heiden. Die Höhenverbreitung ist regional unterschiedlich und reicht teils bis etwa 2200 m.

Flugzeit als Falter

Die Art fliegt meist in einer Generation pro Jahr von Mai bis September. In wärmeren Regionen kann auch eine partielle zweite Generation auftreten.

Wie überdauert die Art den Winter?

Die Überwinterung erfolgt als meist als Ei.

Lebensweise und Interessantes

Der Idas-Bläuling wird auch Ginster-Bläuling genannt.

Die Art ist myrmekophil: Die Raupen leben häufig in Verbindung mit Ameisen (u. a. Lasius– und Formica-Arten), die sie begleiten und „betreuen“. Dafür geben die Raupen über spezielle Drüsen eine nährstoffreiche, zuckerhaltige Flüssigkeit ab, die von den Ameisen aufgenommen wird. Im Gegenzug schützen diese die Raupen oft vor Fressfeinden und Parasiten.

Gefährdet ist die Art vor allem durch den starken Rückgang geeigneter Lebensräume in Flussauen und Sandgebieten. Problematisch ist besonders, dass offene Flächen nach und nach zuwachsen und dadurch ihre Eignung für den Idas-Bläuling verlieren. Hinzu kommt, dass durch menschliche Flussregulierungen, natürliche Überschwemmungen und Umlagerungen von Kies und Schotter weitgehend ausbleiben. Dadurch entstehen seltener jene offenen, lückigen Ufer- und Schotterflächen, auf die die Art angewiesen ist. Vielerorts findet sie heute nur noch in renaturierten oder anderen offengehaltenen Ufer- und Schotterbereichen geeignete Ersatzlebensräume.

In Österreich wird Plebejus idas in der Roten Liste als gefährdet (VU – Vulnerable) geführt.

Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.

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