Goldener Scheckenfalter (Euphydryas aurinia)
Merkmale
Der Goldene Scheckenfalter (Euphydryas aurinia) ist in Größe und Aussehen sehr variabel. Die Flügelspannweite liegt bei etwa 35 bis 42 mm. Die Oberseite der Flügel zeigt ein lebhaftes Muster aus Braun-, Orange- und Gelbtönen mit schwarzer Netzzeichnung, sowie einer orangefarbenen Binde mit schwarzen Punkten auf den Hinterflügeln. Die Unterseiten sind im Vergleich eher matt und zeigen ein rost- bis graubraunes Muster, mit mittig sowie am Rand cremefarbenen Binden und mehreren Flecken. Die Gebirgsform unterscheidet sich deutlich: Die Falter sind kleiner und blasser gefärbt – die dunkelbraune Grundfärbung dominiert.

Verwechslungsmöglichkeit
Der Goldene Scheckenfalter hat im Gegensatz zu den meisten anderen Scheckenfaltern eine sehr kontrastreiche Flügelobeseite. Als Unterscheidungsmerkmal gegenüber ähnlichen Arten wie dem Maivogel (Euphydrias maturan) und dem Geißblatt-Scheckenfalter (Euphydrias intermedia) gelten vor allem die schwarzen Flecken in der rötlichen Binde am Rand der Hinterflügel. Der Alpen-Scheckenfalters (Euphydrias cynthia) weist ebenfalls diese Flecken auf und vor allem die Weibchen könnten verwechselt werden. Allerdings kommt im Lebensraum des Alpen-Scheckenfalters nur deutlich dunklere und kleinere Gebirgsform des Goldenen Scheckenfalters vor.
Nahrung der Raupe
Die Raupen ernähren sich vor allem von Pflanzen der Gattung Succisa (z. B. Teufelsabbiss Succisa pratensis) und Scabiosa (z. B. Tauben-Skabiose Scabiosa columbaria). Außerdem sind verschiedene andere, durch Seco-Iridoide (Sekundäre Pflanzenstoffe, Bitterstoffe) gekennzeichnete Korb- und Kardengewächse belegt.
Lebensraum
Der Goldene Scheckenfalter besiedelt ganz unterschiedliche Offenlandhabitate. In Österreich gibt es eine Tiefland- und eine Hochgebirgsform: In den Niederungen lebt die Art auf feuchten Sumpf- und Moorwiesen ebenso wie auf trocken-warmen Hängen, im Gebirge auf kurzrasige, blütenreichen Alpenmatten von etwa 1.600 bis 2.800 m.
Flugzeit als Falter
In Mitteleuropa fliegt die Art in der Regel eine Generation pro Jahr (univoltin). Die Imagines treten je nach Höhenlage meist zwischen Mitte Mai und Anfang Juli auf.
Wie überdauert die Art den Winter?
Die Raupen überwintern im meist gemeinschaftlich gebildeten Gespinst in Vegetation oder Bodennähe. Verpuppung erfolgt nach der Überwinterung im Frühjahr.
Lebensweise und Interessantes
Angelehnt an die Wirtspflanzen ist die Art auch als Skabiosen- oder Abiss-Scheckenfalter bekannt.
Im Gebirge haben nicht nur die adulten Falter eine andere Optik, auch die Raupen sind anders gefärbt: Sie sind schwarz und tragen nur sehr kleine, dafür aber am ganzen Körper verteilte weiße Punkte. Tiefland-Raupen sind schwarz mit silbrigen Längsstreifen und auf dem Rücken viele weiße Punkte.
Auf europäischer Ebene wird der Goldene Scheckenfalter als „Least Concern“ (nicht gefährdet) geführt. In Österreich ist die Art auf der Roten Liste als „Near Threatened“ (Vorwarnstufe), jedoch mit regionalen Unterschieden: Tiefland-Populationen sind besonders gefährdet, Hochgebirgs-Vorkommen überdauern bislang besser. Der standorttreue Goldene Scheckenfalter ist eine rückläufige Art, ein hochempfindlicher Bioindikator (Zeigerart für Umweltqualität) und auffallender Kulturflüchter . Daher wird die Art im Anhang II der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) gelistet und ist somit europaweit streng geschützt.
Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.


