Alpenapollo (Parnassius phoebus)
Merkmale
Der Alpenapollo (Parnassius phoebus) erreicht eine Flügelspannweite von 50–60 mm. Die Flügeloberseiten sind durchscheinend weiß bis glasig und schwarz bestäubt. Das Männchen ist meist weniger stark schwarz bestäubt und wirkt daher eher schmutzig-weiß. Das Weibchen erscheint dunkler und kontrastreicher und ist insgesamt größer. Bei beiden Geschlechtern findet sich am Vorderrand der Vorderflügeloberseite häufig ein roter Fleck. Auf den Hinterflügeln sitzen rote Augenflecke. Die Flügelunterseite ist der Oberseite sehr ähnlich, meist etwas matter, ebenfalls mit roten Augenflecken. Charakteristisch für die Art sind die deutlich schwarz-weiß geringelten Fühler.

Verwechslungsmöglichkeit
Der Alpenapollo ähnelt dem Apollo (Parnassius apollo), lässt sich jedoch gut anhand der deutlich schwarz-weiß geringelten Fühler sowie des häufig am Vorderrand der Vorderflügeloberseite sichtbaren roten Flecks unterscheiden. Außerdem trägt der Apollo nahe dem Analwinkel stets einen schwarzen Fleck, der beim Männchen des Alpenapollo oft fehlt. Das Weibchen des Alpenapollo ist zudem meist dunkler als beide Geschlechter des Apollo.
Nahrung der Raupe
Die Raupen ernähren sich von Fetthennen-Steinbrech (Saxifraga aizoides) und gelegentlich an trockeneren Standorten auch von Rosenwurz (Rhodiola rosea).
Lebensraum
Der Alpenapollo ist eine Gebirgsart und besiedelt in der subalpinen bis alpinen Stufe vor allem Quellfluren, Bergbachufer, überschwemmte Böden sowie durchfeuchtete Standorte. Mitunter kommt er auch an trockeneren Standorten vor, etwa in lückigen, von Felsblöcken durchsetzten Zwergstrauchbeständen. Die Art kommt meist zwischen 1800 und 2200 m Seehöhe vor, regional jedoch auch bis 1200 m hinab oder bis etwa 2800 m hinauf.
Flugzeit als Falter
Der Alpenapollo fliegt in einer Generation pro Jahr von Juni bis September.
Wie überdauert die Art den Winter?
In der Regel erfolgt die Überwinterung als Jungraupe im Ei: Die Raupen schlüpfen meist erst nach der Schneeschmelze. Gelegentlich schlüpfen sie jedoch bereits vor der Überwinterung.
Lebensweise und Interessantes
Der Alpenapollo (auch Hochalpen-Apollo) kommt nur in den Alpen vor und ist an das Hochgebirge angepasst: Die Raupen entwickeln sich im kurzen alpinen Sommer rasch und die Falter fliegen vor allem bei Sonnenschein, wobei die Weibchen fliegen insgesamt seltener fliegen.
Klimawandel (veränderte Schneedecke, frühere Schneeschmelze, austrocknende Schneetälchen) und Eingriffe wie Skipistenbau oder Quellfassungen können lokal Bestände beeinträchtigen. Dennoch ist das Vorkommen in hochalpinen Lagen für die Art vorteilhaft, da diese Bereiche vergleichsweise weniger stark vom Menschen beeinflusst werden. Daher zählt der Falter derzeit nicht zu den akut bedrohten Arten. In tieferen Lagen ist der Erhalt feuchter Wiesen jedoch essenziell: Verbuschung, Aufforstung, Nutzungsintensivierung sowie Eutrophierung können lokale Populationen gefährden.
In Österreich wird (Parnassius phoebus) in der Roten Liste als Vorwarnstufe geführt (NT – Near Threatened).
Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.


