Alpen-Maivogel (Euphydryas intermedia)
Merkmale
Die Flügelspannweite des Alpen-Maivogels (Euphydryas intermedia) beträgt etwa 17–23 mm. Die Flügeloberseite ist überwiegend gelblich-orange gefärbt und zeigt eine regelmäßige schwarzbraune Netzzeichnung, sowie Flecken in der Saumbinde. Die Flügelunterseite ist heller gefärbt als die Oberseite und hat eine feine schwarze Netzzeichnung. Auf der Unterseite der Hinterflügel ist in der gelben Mittelbinde eine feine schwarze Linie erkennbar. Außen schließt eine rötlich-gelbe Randzone an, die sich von der übrigen Flügelzeichnung abhebt und feine schwarzen Punkte aufweisen kann. Zudem ist der Falter an den schwarzen Palpen (Tastorgane an den Mundwerkzeugen) erkennbar.
Weitere Details und Fotos beim Lepiforum.
Verwechslungsmöglichkeit
Der Alpen-Maivogel (Euphydryas intermedia) ähnelt besonders anderen Arten der Gattung Euphydrias. Der Skabiosen-Scheckenfalter (E. aurinia) und der Alpen Scheckenfalter (E. cynthia) haben auf der Oberseite der Hinterflügel schwarze Punkte in der äußeren orangen Binde, welche beim Alpen-Maivogel fehlen. Der Maivogel (E. maturna) ist auf der Flügeloberseite kontrastreicher gezeichnet und die beim Alpen-Maivogel ausgeprägten Linien auf der Unterseite der Vorderflügel sind verschwommen. Zudem kommt der Maivogel nur in tiefen Lagen bis ca. 1000 m Höhe vor, während der Alpen-Maivogel in höheren Lagen zu finden ist.
Nahrung der Raupe
Die Raupen fressen bevorzugt an der Blauen Heckenkirsche (Lonicera caerulea), die als Hauptfutterpflanze dient.


Lebensraum
Der Alpen-Maivogel lebt typischerweise in Höhen zwischen etwa 1000 und 2000 m, gelegentlich auch bis 2400 m. Er besiedelt lichte Bergwälder sowie oberhalb der Baumgrenze Zwergstrauchheiden, vor allem dort, wo die Futterpflanze (Blaue Heckenkirsche) vorkommt — etwa in Gebüschen mit Grünerle (Alnus viridis), Latschenkiefer (Pinus mugo) und Alpenrose (Rhododendron spp.).
Flugzeit als Falter
Die adulten Falter fliegen in einer Generation von Juni bis August.
Wie überdauert die Art den Winter?
Die Raupen überwintern zwei- oder in seltenen Fällen dreimal, da die Entwicklung bei der kurzen Vegetationsperiode in hohen Lagen länger dauert. Bis nach der ersten Winterphase leben sie gemeinsam in einem Gespinst an der Futterpflanze.
Lebensweise und Interessantes
Der Alpen-Maivogel (E. intermedia) wird auch Geißblatt-Scheckenfalter genannt – Geißblatt ist eine deutsche Bezeichnung für die Gattung der Heckenkirschen (Lonicera), zu der die Futterpflanze gehört.
Der Falter ist eine sehr lokal und selten vorkommende Gebirgsart und tritt nur an wenigen, weit voneinander entfernten Standorten auf. Aufgrund der starken Spezialisierung auf subalpine Habitate und seltener Nachweise sollte der Schutz bekannter Vorkommen und ihrer Lebensräume Priorität haben.
Aufgrund der großen Ähnlichkeit mit anderen Scheckenfaltern wurde die Art in früheren Erhebungen häufig fälschlich erfasst. Durch zunehmende Beobachtungstätigkeit werden vermehrt Vorkommen verzeichnet. Dennoch ist für ganz Österreich eine verlässliche Gefährdungseinschätzung für Euphydryas intermedia derzeit nicht möglich, da nicht genügend Daten vorliegen. In Tirol gilt die Art als ungefährdet (LC – Least Concern).
Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.


