Weißer Waldportier (Hipparchia fagi)
Merkmale
Der Weiße Waldportier (Brintesia circe) ist ein auffällig großer Augenfalter mit einer Flügelspannweite von etwa 55–65 mm. Die Flügeloberseite ist sehr dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt und zeigt eine kontrastreiche Schwarz-Weiß-Zeichnung mit einer breiten, markanten weißen Querbinde. Auf den Vorderflügeln befindet sich jeweils ein weiß gekernter Augenfleck. Auch auf der Flügelunterseite ist die helle Querbinde deutlich erkennbar; sie wird nach innen durch ein gezacktes Saumband begrenzt. Zusätzlich ist nahe der Flügelbasis eine schwächer gezeichnete zweite Binde vorhanden. Auf der Vorderflügelunterseite fällt ein großer weißer Fleck mit schwarzem Punkt nahe der Spitze auf. Insgesamt sind die Flügelunterseiten matter und weniger kontrastreich gefärbt als die Oberseiten.

Verwechslungsmöglichkeit
Der Weiße Waldportier kann mit anderen Waldportier-Arten (Hipparchia) verwechselt werden, etwa mit dem Großen Waldportier (Hipparchia fagi), dem Kleinen Waldportier (Hipparchia alcyone) oder der Berghexe (Hipparchia briseis). Er lässt sich jedoch gut durch seine Größe sowie durch die breite weiße Querbinde auf Ober- und Unterseite unterscheiden. Charakteristisch ist zudem die Begrenzung dieser Binde durch ein gezacktes Saumband auf der Hinterflügelunterseite und eine zweite weiße Binde an der Innenseite der Hinterflügel-Unterseite.
Nahrung der Raupe
Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Süßgräsern (Poaceae), wie Aufrechte Trespe (Bromus erectus) und Schaf-Schwingel (Festuca ovina).
Lebensraum
Der Weiße Waldportier ist eine xerotherme Art. Er besiedelt sehr trockene, wärmebegünstigte Lebensräume mit lückiger, oft von Gebüschen durchsetzter Vegetation. Typische Habitate sind Trocken- und Magerrasen mit Saumstrukturen sowie südexponierte, felsige Hänge mit lichtem Wald, etwa Flaumeichenwälder. Die Art kommt überwiegend in tieferen Lagen vor, steigt jedoch regional bis etwa 1500 m auf.
Flugzeit als Falter
Die Falter fliegen univoltin (in einer Generation pro Jahr) von Juni bis September.
Wie überdauert die Art den Winter?
Die Überwinterung erfolgt im halbausgewachsenen Raupenstadium. Die Verpuppung findet im folgenden Jahr in einer Kammer im Boden statt.
Lebensweise und Interessantes
Der Weiße Waldportier sitzt häufig mit zusammengeklappten Flügeln auf dem Boden, an Baumstämmen oder auf Steinen und ist durch seine Färbung dabei hervorragend getarnt. Die Falter besuchen regelmäßig Blüten zur Nahrungsaufnahme, darunter Skabiosen (Scabiosa), Kardengewächse (Dipsacoideae), Flockenblumen (Centaurea) sowie andere violett blühende Pflanzen.
Regional ist die Art rückläufig oder bereits lokal ausgestorben, da geeignete warme Magerrasen und strukturreiche Waldränder durch Verbuschung, Aufforstung und Nutzungsaufgabe verloren gehen.
In Österreich gilt Brintesia circe derzeit als nicht gefährdet (LC – Least Concern).
Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.


