Waldbrettspiel  (Pararge aegeria)

Merkmale

Das Waldbrettspiel (Pararge aegeria) ist ein mittelgroßer Tagfalter mit einer Flügelspannweite von etwa 32–45 mm. Die Flügeloberseite ist dunkel- bis schokoladenbraun gefärbt, mit gelben Flecken. Auf den Vorderflügeloberseiten befindet sich ein Augenfleck in einem hellen Feld, auf den Hinterflügeln mehrere weitere Augenflecken. Bei den Männchen sind auf den Vorderflügeloberseiten zudem die Duftschuppenflecken gut erkennbar. Die Flügelunterseiten sind hell- und dunkelbraun gefleckt und dadurch sehr gut getarnt. Die Hinterflügelunterseite der Weibchen ist gelblich-braun marmoriert und zeigt meist drei Augenflecken; bei den Männchen wirkt die Unterseite insgesamt dunkler, mit schwarz-weiß gekernten Augenflecken in gelblichen Feldern.

Weitere Details und Fotos beim Lepiforum.

Verwechslungsmöglichkeit

Das Waldbrettspiel kann auf den ersten Blick mit anderen Augenfaltern wie dem Mauerfuchs (Lasiommata megera) verwechselt werden. Es unterscheidet sich jedoch durch die Kombination aus mehreren deutlich weiß gekernten Augenflecken und einer eher hellgelblichen Fleckenzeichnung, während der Mauerfuchs auf der Oberseite meist deutlich stärker orange leuchtet. Auf der Hinterflügelunterseite sind die Augenflecken beim Waldbrettspiel außerdem meist kräftiger umrandet, beim Mauerfuchs dagegen feiner gezeichnet. Auch der Lebensraum liefert einen wichtigen Hinweis: Das Waldbrettspiel hält sich bevorzugt in schattigen, waldnahen Bereichen auf.

Nahrung der Raupe

Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Süßgräsern (Poaceae), darunter Knäuelgras (Dactylis glomerata), Riesen-Schwingel (Festuca gigantea), Reitgras-Arten (Calamagrostis spp.) und Zwenke-Arten (Brachypodium spp.).

Lebensraum

Das Waldbrettspiel ist eine waldgebundene Art und besiedelt sowohl trockenere als auch feuchtere Waldtypen. Typische Lebensräume sind lichte Laub- und Mischwälder, Waldwege, Lichtungen, Waldränder sowie Parks und strukturreiche Gärten. Entscheidend ist ein Mosaik aus sonnigen und schattigen Bereichen sowie das Vorkommen geeigneter Gräser als Raupenfutterpflanzen; dann nutzt die Art auch kleine Auflichtungen und schmale Innensäume. Vorkommen reichen von der Ebene bis in montane Lagen, regional bis etwa 1500 m Höhe.

Flugzeit als Falter

Das Waldbrettspiel bildet mehrere, teils überlappende Generationen und fliegt meist von Ende März bis Oktober.

Wie überdauert die Art den Winter?

Die Art überwintert überwiegend im Raupenstadium, seltener als Puppe. Die Entwicklung wird im Frühjahr fortgesetzt.

Lebensweise und Interessantes

Das Waldbrettspiel zeigt ein ausgeprägtes Revierverhalten: Die Männchen besetzen sonnige Plätze entlang von Waldwegen oder Lichtungen und vertreiben eindringende (männliche) Artgenossen. Die Art ist vergleichsweise anpassungsfähig und profitiert in vielen Regionen von wärmeren Klimabedingungen sowie von strukturreichen(!) Kulturlandschaften. Das Waldbrettspiel ist als einzige Waldart auch im verhältnismäßig dichten Hochwald noch anzutreffen, wo kleinste Lichtungen besiedelt werden können.

 Pararge aegeria zeigt in vielen Regionen stabile Bestände. In Österreich gilt die Art als nicht gefährdet (LC, Least Concern).

Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.

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