Ulmen-Zipfelfalter (Satyrium w-album)

Merkmale

Der Ulmen-Zipfelfalter (Satyrium w-album) hat eine Flügelspannweite von etwa 30–40 mm. Die Flügeloberseite ist bei beiden Geschlechtern dunkelbraun; die Männchen wirken meist dunkler und matter als die Weibchen. Bei den Weibchen kann die Hinterflügeloberseite leicht orange aufgehellt sein. Nahe dem kurzen Schwanzfortsatz sitzt bei beiden Geschlechtern ein kleiner orangefarbener Fleck. Die Flügelunterseite ist graubraun bis hellbraun und trägt feine weiße Querlinien, die auf den Hinterflügeln häufig ein deutliches W-förmiges Muster bilden und der Art den Namen geben. Zusätzlich verläuft am Hinterflügelrand ein orangefarbenes Band.

Weitere Details und Fotos beim Lepiforum.

Ulmen-Zipfelfalter - Satyrium w-album
Foto: Martin Cryptic

Verwechslungsmöglichkeit

Der Ulmen-Zipfelfalter kann mit anderen Zipfelfaltern der Gattung Satyrium verwechselt werden, besonders mit dem Kreuzdorn-Zipfelfalter (Satyrium spini) oder dem Pflaumen-Zipfelfalter (Satyrium pruni). Eine sichere Unterscheidung gelingt vor allem über die Unterseitenzeichnung: Das helle, deutlich erkennbare W-Band auf den Hinterflügeln ist typisch für S. w-album. Zudem ist das orange Band auf der Hinterflügelunterseite beim Pflaumen-Zipfelfalter stärker ausgeprägt und enthält beim Kreuzdorn-Zipfelfalter einen hellblauen Fleck. Die Weibchen der beiden anderen Arten haben außerdem orange Zeichnungen, die beim Ulmen-Zipfelfalter fehlen. Auch die Bindung an Ulmen als Raupenfutterpflanzen liefert einen wichtigen Hinweis.

Nahrung der Raupe

Die Raupen ernähren sich ausschließlich an Ulmen (Ulmus-Arten), vor allem an Blüten- und Blattknospen. Genutzt werden unter anderem Feld-Ulme (Ulmus minor), Berg-Ulme (Ulmus glabra) und Flatter-Ulme (Ulmus laevis). Die Eier werden einzeln an Knospen oder dünne Zweige abgelegt und überwintern dort.

Lebensraum

Der Ulmen-Zipfelfalter besiedelt strukturreiche Landschaften mit blühfähigen Ulmen. Typische Lebensräume sind Waldmäntel und Saumstrukturen in Au- und Mischwäldern sowie Waldränder, Heckenlandschaften und Feldgehölze. Daneben nutzt die Art auch sekundäre Lebensräume im Siedlungsraum, etwa Parks und Alleen. Die Falter halten sich meist im Kronenbereich der Bäume auf und werden deshalb nur selten bodennah beobachtet. Vorkommen reichen von luftfeuchten Aulandschaften bis zu trockenwarmen Standorten, meist bis etwa 1000 m Höhe.

Flugzeit als Falter

Der Ulmen-Zipfelfalter fliegt univoltin (eine Generation pro Jahr) von Mai bis August.

Wie überdauert die Art den Winter?

Die Art überwintert im Eistadium. Die Eier werden im Sommer abgelegt und verbleiben bis zum Frühjahr an Knospen oder Zweigen der Futterpflanzen.

Lebensweise und Interessantes

Der Ulmen-Zipfelfalter lebt sehr verborgen in den Baumkronen und wird daher häufig übersehen. Die Falter besuchen bevorzugt helle Blüten, beispielsweise von Engelwurz, Margerite oder Wilder Möhre, saugen aber auch an Honigtau und kommen nur selten auf den Boden. Die Raupen werden in manchen Fällen von Ameisen beschützt, die im Gegenzug zuckerhaltige Ausscheidungen erhalten.

Die Raupen schlüpfen sehr früh im Frühjahr und fressen zunächst in Blütenknospen; der Schlupf ist damit eng an die Frühjahrsphänologie der Ulme gekoppelt. Solche Synchronitäten können durch den Klimawandel gestört werden. Durch das Ulmensterben und das vorsorgliche Entfernen von Ulmen sind vielerorts Bestände zurückgegangen; regional kann die Art dort wieder zunehmen, wo widerstandsfähige Ulmen erhalten bleiben oder nachgepflanzt werden.

In Österreich ist Satyrium w-album in der Roten Liste derzeit als gefährdet (VU – Vulnerable) geführt.

Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.

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