Segelfalter (Iphiclides podalirius)

Merkmale

Der Segelfalter (Iphiclides podalirius) ist ein großer, auffälliger Tagfalter mit einer Flügelspannweite von etwa 60–80 mm. Die Flügeloberseite ist cremeweiß bis hellgelb gefärbt und zeigt markante, längs verlaufende schwarze Streifen unterschiedlicher Länge, die dem Falter ein zebraartiges Muster verleihen. Charakteristisch sind die langen, schmalen Schwanzfortsätze an den Hinterflügeln. Nahe dem Hinterflügelrand befindet sich ein blaues Band mit einem rot-orangen Augenfleck. Die Flügelunterseite ist ähnlich gezeichnet, jedoch insgesamt etwas blasser und kontrastärmer.

Zwischen den Generationen bestehen leichte Unterschiede: Die erste Generation zeigt meist einen gelblicheren Grundton mit kräftigeren, dunkleren Streifen. Der schwarze Bereich am Innenrand der Flügel ist breiter ausgeprägt als bei der zweiten Generation, bei der die Färbung stärker zweigeteilt erscheint. Auf der Hinterflügelunterseite ist bei der ersten Generation der schwarze Streifen in der hinteren Region orange gefüllt, was bei der zweiten Generation fehlt. Zudem ist der Hinterleib der Falter der ersten Generation überwiegend schwarz, während er bei der zweiten Generation heller gefärbt ist.

Weitere Details und Fotos beim Lepiforum.

Verwechslungsmöglichkeit

Im Flug kann der Segelfalter auf den ersten Blick mit dem Schwalbenschwanz (Papilio machaon) verwechselt werden. Er unterscheidet sich jedoch deutlich durch die schwarz-weiße Längsstreifung der Flügel, die längeren Schwanzfortsätze und das insgesamt schlankere Erscheinungsbild.

Nahrung der Raupe

Die Raupen fressen vor allem an kleinwüchsigen Strauch- und Baumarten der Rosengewächse (Rosaceae), insbesondere an Arten der Gattung Prunus. Zu den wichtigsten Futterpflanzen zählen Schlehe (Prunus spinosa), Felsenkirsche (Prunus mahaleb), Zwerg-Weichsel (Prunus fruticosa), Zwetschke (Prunus domestica), Kirschpflaume (Prunus cerasifera), Weißdorn (Crataegus spp.) und Aprikose (Prunus armeniaca). Im Alpenraum wird auch die Felsenbirne (Amelanchier ovalis) genutzt.

Lebensraum

Der Segelfalter ist eine stark wärmeliebende Art und besiedelt sonnige, trockene bis heiße, oft steinige Landschaften. Typische Lebensräume sind Trockenhänge, Magerrasen, Kalkmagerrasen mit niedrigwüchsigem Schlehenaufwuchs, Krüppelschlehenhalden sowie Streuobstwiesen und Weinberge. Die Art kommt von der Ebene bis in submontane Lagen vor, meist unterhalb von 1000 m, kann bei günstiger Exposition und starker Sonneneinstrahlung jedoch auch Höhen bis etwa 2000 m erreichen.

Flugzeit als Falter

Der Segelfalter fliegt je nach Region und Witterung in einer bis zwei Generationen pro Jahr. Die Flugzeiten liegen meist von April bis Juni sowie von Juli bis September. In besonders warmen Regionen Ostösterreichs kann es zu einer partiellen dritten Generation kommen.

Wie überdauert die Art den Winter?

Die Art überwintert im Puppenstadium.

Lebensweise und Interessantes

Der Segelfalter zeigt einen kraftvollen, gleitenden Flug und ist oft weit sichtbar. Unter Ausnutzung von Thermik kann er über längere Zeit nahezu ohne Flügelschlag segeln, was namensgebend für die Art ist. Charakteristisch ist außerdem das ausgeprägte Gipfelbalz-Verhalten (Hilltopping), bei dem sich die Falter zur Partnersuche auf Hügelkuppen und Erhebungen sammeln.

Die Art kann zwar von extensiv genutzten Kulturlandschaften mit Gebüschen und Streuobstbeständen profitieren, reagiert jedoch empfindlich auf Verbuschung, Intensivierung und den Verlust von Hecken- und Saumstrukturen. Problematisch sind insbesondere Aufforstungen von Magerrasen, dauerhafte Nutzungsaufgabe, flächendeckende intensive Beweidung sowie ungeeignete Entbuschungsmaßnahmen.

Die Bestände sind regional rückläufig; in Österreich wird Iphiclides podalirius in der Roten Liste derzeit als Vorwarnstufe (NT – Near Threatened) geführt.

Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.

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