Schwarzer Apollo (Parnassius mnemosyne)
Merkmale
Der Schwarze Apollo (Parnassius mnemosyne) ist ein großer Ritterfalter mit einer Flügelspannweite von etwa 45–60 mm. Die Flügel wirken weiß, pergamentartig bis durchscheinend und zeigen deutlich hervortretende schwarze Adern. Auf der Oberseite der Vorderflügel befinden sich schwarze Flecken: Bei den Männchen sind es zwei, und in der Regel gilt das auch für die Weibchen – jedoch mit gelegentlichen Abweichungen. Auf den Hinterflügeln können schwarze Flecken vorhanden sein, fehlen aber oft. Die Weibchen können leicht gelblich bestäubt wirken. Der Körper ist bei beiden Geschlechtern dunkel.

Verwechslungsmöglichkeit
Der Schwarze Apollo kann vor allem mit dem Baum-Weißling (Aporia crataegi) verwechselt werden. Das sicherste Unterscheidungsmerkmal sind die schwarzen Flecken auf den Vorderflügeln des Schwarzen Apollo, die dem Baum-Weißling fehlen. Zudem unterscheidet sich die Form der Hinterflügel. Beim Schwarzen Apollo sind diese, wie für Ritterfalter typisch am Innenrand konkav geformt. Im Gegensatz zu anderen Apollo-Arten (Parnassius spp.) besitzt der Schwarze Apollo keine roten Flecken und sein Körper wirkt insgesamt dunkler. Auch der Lebensraum kann hilfreich für die Artbestimmung sein.
Nahrung der Raupe
Die Raupen sind monophag und auf Lerchensporn-Arten (Corydalis spp.), wie z. B. auf den Mittleren Lerchensporn (Corydalis intermedia), den Hohlen Lerchensporn (Corydalis cava) oder den Gefingerten Lerchensporn (Corydalis solida), spezialisiert.
Lebensraum
Der Schwarze Apollo besiedelt vor allem sonnige, lichtdurchflutete Übergangsbereiche zwischen Wald und Offenland (Ökotone), etwa Waldränder, Säume, Raine, Waldlichtungen und Schneisen. Angrenzend befinden sich spät gemähte oder sehr extensiv bewirtschaftete, frische Wiesen und Hochstaudenfluren. Wichtig sind Lerchensporn-Bestände und genügen Sonne. Geschlossene, lichtarme Wälder werden auch bei Lerchenspornvorkommen nicht genutzt. Die Höhenverbreitung liegt meist zwischen etwa 800 und 2000 m, wobei es regional zu Abweichungen kommen kann.
Flugzeit als Falter
Die Art fliegt in der Regel in einer Generation pro Jahr (univoltin), je nach Höhenlage von Mai bis Mitte August.
Wie überdauert die Art den Winter?
Die Überwinterung erfolgt überwiegend im Ei (als Jungraupe im Ei).
Lebensweise und Interessantes
Der Schwarze Apollo fliegt vor allem bei Sonnenschein. Die Falter bevorzugen den Nektar roter und violetter Blüten, saugen aber auch an anderen Blütenpflanzen.
Das Männchen heftet dem Weibchen bei der Begattung eine Sphragis an, die eine weitere Begattung durch andere Männchen verhindert. Die Weibchen legen ihre Eier nicht direkt an die Nahrungspflanze, sondern einzeln in der Nähe der Lerchensporn-Bestände an vertrocknetem Pflanzenmaterial ab. Die Raupenentwicklung verläuft wegen der kurzen Verfügbarkeit des Lerchensporns relativ rasch.
Gefährdet wird die Art vor allem durch die Intensivierung oder Aufgabe extensiver Grünlandnutzung und die damit verbundene Verwaldung bzw. Gehölzsukzession. Auch Aufforstungen auf Grenzertragsstandorten, die Aufgabe der Niederwaldnutzung sowie die „Bereinigung“ von Waldsäumen wirken sich negativ aus. Besonders kritisch ist der Verlust gut besonnter Standorte mit Lerchensporn.
Europarechtlich ist die Art streng geschützt (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU, FFH-Anhang IV). In Österreich wird Parnassius mnemosyne derzeit als Vorwarnstufe (NT – Near Threatened) eingestuft.
Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.


