Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamearis lucina)

Merkmale

Der Schlüsselblumen-Würfelfalter (Hamearis lucina) ist ein kleiner bis mittelgroßer Tagfalter mit einer Flügelspannweite von etwa 28–34 mm. Die Flügeloberseite ist dunkelbraun bis schwarzbraun und zeigt eine schachbrettartig-mosaikartige orange Zeichnung, besonders deutlich auf den Vorderflügeln. Entlang des Außenrandes sind orange ovale Flecke mit dunklem Kern, dazu eine braun-weiß gescheckte Fransung. Beim Weibchen ist die Grundfärbung meist leuchtender und der Orangeanteil größer; Männchen wirken im Vergleich dunkler und „brauner“. Die Flügelunterseite ist insgesamt heller: Die Vorderflügelunterseite ähnelt der Oberseite, ist aber blasser; die Hinterflügelunterseite ist ocker- bis kastanienbraun und trägt zwei gebogene Reihen perlmuttweißer Flecke (Perlbinde).

Weitere Details und Fotos beim Lepiforum.

Verwechslungsmöglichkeit

Der Schlüsselblumen-Würfelfalter kann aufgrund des Musters auf der Flügeloberseite auf den ersten Blick für einen Scheckenfalter gehalten werden. Von diesen unterscheidet er sich aber unter anderem an den schwarzen Punkten am Flügelrand und der charakteristischen Zeichnung der Flügelunterseite (Perlbinde).

Schlüsselblumen-Würfelfalter - Hamearis lucina
Foto: Petra Zimmeter
Schlüsselblumen-Würfelfalter - Hamearis lucina
Foto: Petra Zimmeter

Nahrung der Raupe

Die Raupen ernähren sich ausschließlich von Schlüsselblumen (Primula-Arten), insbesondere von der Großen Schlüsselblume (Primula veris), der Hohen Schlüsselblume (Primula elatior) und der Mehlprimel (Primula farinosa). Die Eier werden einzeln an die Blattunterseiten der Futterpflanzen abgelegt.

Lebensraum

Der Schlüsselblumen-Würfelfalter besiedelt gehölzreiche, extensiv bewirtschaftete, magere und teilweise brachliegende Grünlandhabitate. Er kommt sowohl in trockenen als auch in feuchten Lebensräumen vor, darunter Waldwiesen, Hochmoorränder, Flachmoore, Magerwiesen mit Gebüschen sowie extensiv genutzte Wiesen mit Vorkommen von Schlüsselblumen. In den Alpen steigt die Art lokal bis etwa 1500 m Höhe.

Flugzeit als Falter

Nördlich der Alpen fliegt der Schlüsselblumen-Würfelfalter univoltin (eine Generation pro Jahr) von April bis Juni. Südlich der Alpen kann die Art gelegentlich – abhängig von Höhenlage und Witterung – zwei Generationen ausbilden (bivoltin), mit Flugzeiten von März bis Mai sowie von August bis September.

Wie überdauert die Art den Winter?

Die Art überwintert im Puppenstadium. Die Verpuppung erfolgt bodennah, häufig in der Streuschicht oder an Pflanzenteilen in der Nähe der Futterpflanzen. In seltenen Fällen schlüpfen die Falter bereits im Herbst.

Lebensweise und Interessantes

Der Schlüsselblumen-Würfelfalter wird auch als Perlbinde bezeichnet. Er ist die einzige in Europa heimische Art der Familie Riodinidae (Würfelfalter). Weltweit ist diese Familie dagegen sehr artenreich (über 1.500 Arten) und vor allem in den Tropen verbreitet.

Die Art reagiert empfindlich auf Veränderungen der Wald- und Landschaftsstruktur: Sowohl vollständige Verbuschung als auch eine zu starke Offenhaltung führen zum Verlust geeigneter Lebensräume. Insbesondere der Verlust von strukturreichen Übergangszonen (Ökotone) in Waldlandschaften sowie intensive Forst- und Landwirtschaft tragen zu Bestandsrückgängen bei.

Hamearis lucina gilt in Europa in manchen Regionen als gefährdet; in Österreich wird die Art in der Roten Liste derzeit als nicht gefährdet (LC – Least Concern) geführt.

Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.

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