Roter Würfel-Dickkopffalter (Spialia sertorius)

Merkmale

Die Flügelspannweite des Roten Würfel-Dickkopffalters (Spialia sertorius) beträgt etwa 22 – 24 mm. Die Flügeloberseite ist dunkelbraun gefärbt und mit zahlreichen weißen, würfelförmigen Flecken versehen. Auf der Vorderflügeloberseite fällt eine geschwungen angeordnete Reihe kleiner weißer Flecken nahe dem Flügelrand auf. Die Außenränder der Flügel zeigen eine wechselhaft schwarz-weiße Musterung; dahinter verläuft eine Reihe kleiner weißer Flecken. Die Hinterflügelunterseite ist meist rotbraun, seltener dunkelbraun oder grünlich, ebenfalls mit vielen weißen Würfelflecken. Die Fühlerkolben sind schwarz.

Weitere Details und Fotos beim Lepiforum.

Roter Würfel-Dickkopffalter - Spialia sertorius
Foto: entomart

Verwechslungsmöglichkeit

Der Rote Würfel-Dickkopffalter kann mit anderen Würfel-Dickkopffaltern verwechselt werden, besonders bei abgeflogenen oder verblichenen Tieren. Typisch und diagnostisch ist die markante Würfelzeichnung auf Ober- und Unterseite. Ein eindeutiges Bestimmungsmerkmal ist, dass der 4. Fleck im äußeren Flügelbereich nicht nach außen versetzt ist – ein wichtiger Unterschied zu Arten der Gattung Pyrgus. Beim Südöstlichen Roten Würfel-Dickkopffalter stehen diese Flecken ebenfalls alle in einer Reihe. Er lässt sich aber an den stark abgerundeten hellen Flecken auf der Flügelunterseite vom Roten Würfel-Dickkopffalter unterscheiden.

Nahrung der Raupe

Die Raupen ernähren sich überwiegend vom Kleinen Wiesenknopf (Sanguisorba minor). Die Eier der ersten Generation werden bevorzugt an die Blüten, jene der zweiten Generation an die Blätter gelegt.

Lebensraum

Der Rote Würfel-Dickkopffalter lebt in warmtrockenen, sonnigen und lückig bewachsenen Lebensräumen. Typische Habitate sind Trocken- und Halbtrockenrasen, kalkreiche Schotterhänge, Steinbrüche, felsige Böschungen sowie trockene, nährstoffarme Standorte. Vorkommen reichen bis etwa 1.500 m, vereinzelt sogar bis rund 2.400 m Höhe.

Flugzeit als Falter

Die Art ist je nach Region ein- oder zweigenerativ. Die Falter fliegen insgesamt von Mai bis September.

Wie überdauert die Art den Winter?

Die Raupen überwintern in einem Blattgespinst oder unter trockener Vegetation. Die Verpuppung erfolgt im darauffolgenden Frühjahr oder Sommer, abhängig von der Generation.

Lebensweise und Interessantes

Der Falter fliegt bodennah und bevorzugt warme, offene Bodenstellen. Männchen zeigen ausgeprägtes Territorialverhalten: Sie besetzen erhöhte Stellen, sonnen sich häufig auf Blüten und verfolgen eindringende Falter, indem sie sie mehrmals umkreisen.

Die Art ist durch Verbuschung, Nutzungsaufgabe und landwirtschaftliche Intensivierung zunehmend bedroht, da trockene, wärmebegünstigte, nährstoffarme Lebensräume seltener werden. In Teilen ihres Verbreitungsgebiets gilt sie als gefährdet oder steht auf der Vorwarnliste. In Österreich ist sie in der Roten Liste mit „Vulnerable“ (gefährdet) eingestuft.

Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.

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