Roter Scheckenfalter (Melitaea didyma)
Merkmale
Der Rote Scheckenfalter (Melitaea didyma) ist ein mittelgroßer Scheckenfalter mit einer Flügelspannweite von etwa 30–40 mm. Die Flügeloberseite ist überwiegend orange-braun und zeigt eine variable, meist jedoch deutlich ausgeprägte dunkle Netzzeichnung aus Flecken und Querbinden. Die Männchen sind oft leuchtender und kontrastreicher orange gefärbt, während die Weibchen stärker variieren und teils graubraunere Töne zeigen (Sexualdimorphismus). Die Vorderflügeloberseite ist häufig graubraun bestäubt. Die Unterseite ist weißlich creme- bis ockerfarben und ebenfalls deutlich gemustert. Auf der Vorderflügelunterseite ist er orange mit heller Flügelspitze, auf der Hinterflügelunterseite trägt er zwei orangefarbene Querbinden und zahlreiche schwarze Punkte.

Verwechslungsmöglichkeit
Der Rote Scheckenfalter ähnelt anderen Arten der Gattung Melitaea. Für die Bestimmung sind die Kombination aus Vorkommensgebiet, Flügelmuster, Farbtöne und der Struktur der dunklen Netzzeichnung wichtig. Obwohl sie regional bzw. saisonal variabel sein kann, ist die Zeichnung der Hinterflügelunterseite hilfreich, da sie vergleichsweise charakteristisch ausfällt. Der Bräunliche Scheckenfalter (Melitaea trivia) ist sehr ähnlich gezeichnet und kann an den schwarzen Flecken am Rand der Flügeloberseiten unterschieden werden: Diese sind beim Roten Scheckenfalter eckiger und meist voneinander getrennt. Beim Bräunlichen Scheckenfalter bilden sie im Gegensatz dazu eher ein zusammenhängendes Bogenmuster.
Nahrung der Raupe
Die Raupen ernähren sich von verschiedenen krautigen Pflanzen, darunter Mehliger Königskerze (Verbascum lychnitis), Gemeines Leinkraut (Linaria vulgaris), Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata), Aufrechter Ziest (Stachys recta) und Großer Ehrenpreis (Veronica teucrium).
Lebensraum
Der Rote Scheckenfalter ist ausgesprochen xerothermophil, besiedelt also warme, offene und trockene Lebensräume mit lückiger Vegetation. Typisch sind steinige Magerrasen, felsige Südhänge, trockenwarme Wiesen und sonnige Halbtrockenstandorte. Der Falter fliegt regional bis etwa 2000, stellenweise auch bis rund 2300 m Höhe.
Flugzeit als Falter
Die Falter fliegen ein bis zwei Generationen von Mai bis September.
Wie überdauert die Art den Winter?
Die Raupen überwintern einzeln als halbwüchsige Larven in leeren Fruchtkapseln oder in niedriger Vegetation. Nach der Überwinterung fressen sie im Frühjahr weiter und verpuppen sich im Frühsommer an vertrockneten Stängeln.
Lebensweise und Interessantes
Der Rote Scheckenfalter ist wärmeliebend und bevorzugt sonnige, offen strukturierte Standorte mit geeigneten Raupenfutterpflanzen. In Teilen seines weiten Verbreitungsgebietes kann die Art in passenden xerothermen Biotopen noch häufig sein, insgesamt gehen die Bestände jedoch vielerorts zurück. Ursachen sind vor allem Verbuschung und Aufforstung von Trockenhängen, Nutzungsintensivierung sowie fehlende oder ungeeignete Pflege von Magerrasen.
In Österreich ist Melitaea didyma auf der Roten Liste als „gefährdet“ (VU – Vulnerable) eingestuft.
Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.


