Hochalpen-Perlmuttfalter (Boloria pales)
Merkmale
Der Hochalpen-Perlmuttfalter ist ein kleiner bis mittelgroßer Perlmuttfalter mit einer Flügelspannweite von etwa 30–40 mm und sehr variabler Färbung. Die Flügeloberseite ist matt bis kräftig orange gefärbt und zeigt eine dunkle, relativ gleichmäßige Fleckenzeichnung. Die Weibchen besitzen meist eine gelborange Grundfärbung. Die Vorderflügelunterseite ist hell orangebraun und nahezu ohne Fleckenzeichnung. Die Hinterflügelunterseite ist oft sehr farbig und kontrastreich und zeigt am Vorderrand einen hellen, teils fast weißen Fleck.

Verwechslungsmöglichkeit
Der variabel gefärbte Hochalpen-Perlmuttfalter kann mit anderen Boloria-Arten verwechselt werden, insbesondere mit dem Großen Hochalpen-Perlmuttfalter (Boloria napaea) und regional auch mit dem Hochmoor-Perlmuttfalter (Boloria aquilonaris). Eine sichere Bestimmung erfordert die Kombination mehrerer Merkmale, vor allem die Zeichnung der Hinterflügelunterseite sowie den typischen Lebensraum; im Gelände ist eine eindeutige Bestimmung daher nicht immer einfach.
Im Vergleich zu tiefer lebenden Perlmuttfaltern wirkt die Fleckenzeichnung der Flügeloberseite meist kontrastreicher und klarer abgegrenzt. Gegenüber dem Großen Hochalpen-Perlmuttfalter ist die Flügeloberseite der Weibchen nicht verdunkelt; bei den Männchen sind die schwarzen Zickzacklinien auf der Vorderflügeloberseite meist dicker ausgeprägt. Die Unterseitenzeichnung ist insgesamt – besonders bei den Männchen – lebhafter und kontrastreicher als beim Großen Hochalpen-Perlmuttfalter.
Nahrung der Raupe
Die Raupen ernähren sich vor allem von Veilchenarten (Viola spp.), darunter dem Zweiblütigen Veilchen (Viola biflora). Zusätzlich werden auch Alpen-Wegerich (Plantago alpina) sowie Baldrian-Arten (Valeriana spp.) als Futterpflanzen genutzt.
Lebensraum
Der Hochalpen-Perlmuttfalter ist eine ausgeprägte Hochgebirgsart. Er besiedelt alpine und hochalpine Rasen, steinige Matten, Schuttfluren und blockreiche Hänge oberhalb der Waldgrenze, daneben auch Almwiesen, Almweiden und Zwergstrauchheiden. Die Art kommt meist zwischen etwa 1500 und 2500 m Höhe vor, regional auch bis rund 3000 m; seltener tritt sie in tieferen Lagen auf.
Flugzeit als Falter
Die Art fliegt univoltin (eine Generation pro Jahr) von Juni bis August.
Wie überdauert die Art den Winter?
Der Hochalpen-Perlmuttfalter überwintert im Raupenstadium. Die Entwicklung ist an das kurze alpine Sommerfenster angepasst.
Lebensweise und Interessantes
Der Hochalpen-Perlmuttfalter ist ein typischer Bewohner hochalpiner Lebensräume. Die Falter fliegen meist bodennah und sammeln sich am Abend häufig zu Schlafgemeinschaften. Zur Nahrungsaufnahme besuchen sie alpine Blütenpflanzen und sind an extreme Umweltbedingungen wie starke Sonneneinstrahlung, Wind und große Temperaturschwankungen angepasst. Aufgrund der engen Höhenbindung reagiert die Art besonders empfindlich auf klimatische Veränderungen.
Der Hochalpen-Perlmuttfalter gilt in vielen alpinen Regionen derzeit noch als nicht akut gefährdet, ist jedoch potenziell durch den Klimawandel, Veränderungen im Hochgebirge sowie touristische Nutzung (z. B. Skipistenbau) bedroht.
In Österreich wird Boloria pales derzeit als nicht gefährdet (LC – Least Concern) eingestuft.
Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.


