Großer Waldportier  (Hipparchia fagi)

Merkmale

Der Große Waldportier (Hipparchia fagi) ist ein großer, jedoch eher unauffällig gezeichneter Tagfalter mit einer Flügelspannweite von etwa 66–76 mm; die Weibchen sind meist geringfügig größer als die Männchen. Sowohl Flügelober- als auch Flügelunterseite sind in der inneren Flügelhälfte dunkler, nach außen hin deutlich heller gefärbt. Die Flügeloberseite erscheint dunkelbraun bis graubraun. Bei den Männchen verläuft über die Flügel ein hellbraunes Band, während dieses bei den Weibchen meist gelblich-weiß ausgeprägt ist. Auf der Vorderflügeloberseite tragen die Männchen in der Regel einen, die Weibchen meist zwei Augenflecken. Die Flügelunterseite ist insgesamt kontrastreicher als die Oberseite. Die Vorderflügelunterseite zeigt ein markantes schwarzes Zackenband, während die Hinterflügelunterseite überwiegend marmoriert gezeichnet ist.

Weitere Details und Fotos beim Lepiforum.

Verwechslungsmöglichkeit

Der Große Waldportier kann äußerlich schwer von anderen Arten der Gattung Hipparchia unterschieden werden. Besonders ähnlich ist der Kleine Waldportier (Hipparchia genava bzw. Hipparchia alcyone). Im direkten Vergleich zeigen sich Unterschiede an den Hinterflügeln: Beim Großen Waldportier ist der innere Rand der hellen Binde meist gleichmäßig gebogen, während er beim Kleinen Waldportier deutlich geknickt erscheint. Auf der Hinterflügelunterseite ist der dunkle Bereich zwischen den Binden heller als beim Kleinen Waldportier. Zudem wirkt die helle Binde auf der Hinterflügelunterseite durch eine dichtere Ansammlung feiner Striche oft dunkler (besonders bei den Weibchen). Darüber hinaus ist der Große Waldportier insgesamt größer und der Kleine Waldportier kommt häufiger in höheren Lagen. Eine sichere Unterscheidung kann durch eine Genitalanalyse erfolgen.

Nahrung der Raupe

Die Raupen ernähren sich von verschiedenen Gräsern (Poaceae), darunter insbesondere die Aufrechte Trespe (Bromus erectus).

Lebensraum

Der Große Waldportier ist eine xerothermophile Art und lebt in wärmebegünstigten, lichten Waldstandorten mit Trockenrasenanteilen sowie in angrenzenden Bereichen, etwa an den Rändern trockener Wiesen. Er kommt vorwiegend in tiefen bis mittleren Lagen vor, meist unterhalb von etwa 1000 m Höhe.

Flugzeit als Falter

Der Falter fliegt in einer Generation pro Jahr (univoltin), meist von Juni bis Mitte September.

Wie überdauert die Art den Winter?

Die Art überwintert im Raupenstadium. Die nachtaktiven Raupen fressen im Spätsommer und Frühherbst, überwintern jung in der Streuschicht und setzen ihre Entwicklung im Frühjahr fort.

Lebensweise und Interessantes

Der Große Waldportier ruht tagsüber häufig mit zusammengeklappten Flügeln an Baumstämmen oder am Boden im Licht-Schatten-Bereich des Waldes. Durch seine Tarnzeichnung ist er hervorragend an Bäumen, abgestorbenem Holz oder im Blattwerk getarnt und kaum zu entdecken. In den heißen Mittagsstunden hält er sich bevorzugt an Baumstämmen, etwa von Föhren, auf und fliegt vor allem am frühen Vormittag und späten Nachmittag. Die Männchen zeigen ausgeprägtes territoriales Verhalten und verteidigen ihre Reviere in den Baumkronen gegen andere Männchen.

Regional sind die Bestände stark rückläufig, vor allem aufgrund von Lebensraumverlust durch den Rückgang offener Waldränder und die Verbuschung wärmebegünstigter, lichter Wälder mit Trockenrasenanteilen.

In Österreich ist der Hipparchia fagi in der Roten Liste als stark gefährdet (EN – Endangered) eingestuft.

Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.

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