Großer Schillerfalter (Apatura iris)

Merkmale

Der Große Schillerfalter (Apatura iris) erreicht eine Flügelspannweite von etwa 55–70 mm. Die Flügeloberseite ist schwarzbraun mit weißen (Flecken-)Binden. Die Art zeigt einen Sexualdimorphismus: Die Männchen besitzen den typischen blauen Schiller (irisierender Effekt), der den Weibchen fehlt. Charakteristisch ist bei beiden Geschlechtern die weiße Binde auf der Hinterflügeloberseite: Sie verläuft innen eher geradlinig und zeigt nach außen einen auffälligen weißen „Zahn“. Auf der Hinterflügeloberseite tragen beide Geschlechter einen orange umringten Augenfleck. Auf der Vorderflügeloberseite fehlt ein deutlicher Augenfleck; dort ist nur ein schwach erkennbarer dunkler Schatten sichtbar. Außerdem charakteristisch für die Art sind die schwarzen Fühlerspitzen. Die Flügelunterseite ist kontrastreich gezeichnet, kastanienbraun mit olivgrauen Flecken. Die Vorderflügel tragen weiße Flecken; auf den Hinterflügeln verläuft ein weißes Band. In der Mitte der Vorderflügelunterseite befindet sich ein dunkler, orange gefasster Augenfleck mit hellem Kern. Auch auf den Hinterflügeln ist im unteren Bereich ein dunkler Augenfleck vorhanden.

Weitere Details und Fotos beim Lepiforum.

Verwechslungsmöglichkeit

Am häufigsten wird die Art mit dem Kleinen Schillerfalter (Apatura ilia) verwechselt. Die sichersten Unterscheidungsmerkmale gegenüber dem kleinen Schillerfalter sind auf der Oberseite der „Zahn“ an der weißen Hinterflügelbinde sowie der kaum vorhandene Vorderflügel-Augenfleck. Zudem hat der Kleine Schillerfalter eine gelbe Fühlerspitze.

Große Schillerfalter - Apatura iris
Foto: P. Buchner
Große Schillerfalter - Apatura iris
Foto: Petra Zimmeter

Nahrung der Raupe

Die Raupen fressen an verschiedenen Weidenarten (Salix spp.), bevorzugt an breitblättrigen Weiden, wie die Salweide (Salix caprea). Auch Pappeln (Populus spp.), z. B. die Schwarz-Pappel (Populus nigra), werden genutzt.

Lebensraum

Der Große Schillerfalter besiedelt vor allem Auwälder sowie lichte Laub- und Mischwälder (einschließlich Waldwegen, Schneisen und Lichtungen). Bevorzugt werden frische bis feuchte Standorte; vereinzelt kommt die Art auch in gebüschbestandenen Feuchtbiotopen vor. Warme Tieflagen werden deutlich seltener genutzt. Die Art bevorzugt eher kühlere Lagen mit erhöhter Luftfeuchtigkeit meist unterhalb von 1000 m, kommt jedoch vereinzelt sogar bis 2000 m vor.

Flugzeit als Falter

Die Art fliegt in einer Generation pro Jahr (univoltin), meist von Juni bis Ende August.

Wie überdauert die Art den Winter?

Die Art überwintert als Raupe, meist an einem Zweig der Nahrungspflanze.

Lebensweise und Interessantes

Der Artname „iris“ leitet sich von Iris, der Göttin des Regenbogens aus der griechischen Mythologie, ab.

Der Große Schillerfalter ist für sein auffälliges Verhalten bekannt: Die Falter besuchen nur selten Blüten, sondern saugen häufig an feuchter Erde, Kot, Aas, Schweiß oder Baumsaft (vor allem die Männchen). Dieses Verhalten dient der Aufnahme von Mineralien und Nährstoffen. Auch Teer und Benzin können anziehend wirken.

Die Art fliegt vor allem in den heißen Mittagsstunden. Die Falter halten sich meist in den Baumkronen (z. B. von Eichen) auf. Zur Paarung treffen sich die Tiere häufig im Kronenbereich hoher Bäume („Treetopping“); auch Hügel- oder Bergkuppen können dafür genutzt werden. Die Eiablage erfolgt bevorzugt an schattigeren, etwas kühleren Weiden am Waldmantel.

In Österreich wird Apatura iris derzeit als ungefährdet (LC – Least Concern) geführt.

Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.

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