Großer Fuchs (Nymphalis polychloros)
Merkmale
Der Große Fuchs (Nymphalis polychloros) ist ein großer Edelfalter mit einer Flügelspannweite von meist etwa 50 – 55 mm. Die Flügeloberseite ist gelblich-orange gefärbt und zeigt schwarze Flecken sowie eine dunkle Randbinde. Auf der Hinterflügeloberseite sind blaue Halbmonde gut erkennbar. Die Flügelunterseite ist braun-grau fein gemustert und ähnelt dadurch einer Baumrinde. Auch die Beine des Falters sind dunkel gefärbt.

Verwechslungsmöglichkeit
Am häufigsten wird die Art mit dem Kleinen Fuchs (Aglais urticae) verwechselt, ist bei genauerem Hinsehen jedoch gut zu unterscheiden. Der Große Fuchs ist meist größer und in der Grundfarbe der Flügeloberseite gelblicher. An der Spitze der Vorderflügel fehlen die weißen Flecken und blaue Halbmonde, die beim Kleinen Fuchs deutlich vorhanden sind. Zudem zeigt der Große Fuchs auf der inneren Hälfte der Hinterflügel keine Verdunkelung, sondern ein helles Zentrum. Außerdem hat der Großer Fuchs einen dunklen Fleck am unteren Rand der Vorderflügel, der beim Kleinen Fuchs fehlt. Auch die Flügelunterseite und die Beine sind im Vergleich zum Kleinen Fuchs dunkler.
Nahrung der Raupe
Die Raupen fressen vor allem an Gehölzen, besonders an Weiden (Salix spp.), wie an der Sal-Weide (Salix caprea), außerdem an Ulmen (Ulmus spp.) und Pappeln (Populus spp., v. a. Zitter-Pappel). Es werden auch freistehende Obstbäume genutzt, etwa Vogelkirsche (Prunus avium) und Birnbaum (Pyrus communis). In warmen Gebieten kommen zusätzlich Hopfenbuche (Ostrya carpinifolia) und Zürgelbaum (Celtis australis) als Raupenfutterpflanzen in Frage.
Lebensraum
Der Große Fuchs besiedelt vor allem warme, strukturreiche, offene Gehölzlebensräume, etwa Waldränder, lichte Wälder und Buschland. Teilweise kommt er auch in Siedlungsgebieten mit geeigneten Raupenfutterpflanzen vor, z. B. in Gärten, Streuobstwiesen und Parkanlagen. Die Art steigt bis etwa 1600 m.
Flugzeit als Falter
Die Art fliegt in einer Generation pro Jahr (univoltin) und überwintert als Falter. Dadurch ergeben sich zwei gut sichtbare Aktivitätsphasen derselben Generation: Frische Falter schlüpfen meist im Juni. Diese Sommerfalter ziehen sich relativ früh in ihre Überwinterungsquartiere zurück und werden bereits im Herbst nur selten beobachtet. Im Frühjahr erscheinen die überwinterten Falter sehr früh, meist ab März, und fliegen bis etwa Mitte Mai.
Wie überdauert die Art den Winter?
Der Große Fuchs überwintert als Falter. Dadurch gehört er im Frühjahr zu den frühesten sichtbaren Tagfaltern. Die überwinterten Tiere leben meist noch bis etwa Mai.
Lebensweise und Interessantes
Insgesamt ist der Große Fuchs selten auf Blüten anzutreffen. Im Frühjahr sind die Falter häufig an blühenden Weidenkätzchen zu beobachten. Die Weibchen legen ihre Eier im Frühjahr ringförmig um Zweigspitzen geeigneter Bäume. Die Raupen leben zunächst gesellig in einem Gemeinschaftsgespinst aus Spinnfäden, meist in den oberen Kronenpartien, und verpuppen sich im Frühsommer.
Obwohl die Raupenfutterpflanzen vielerorts häufig vorkommen, ist der Bestand des Großen Fuchses österreichweit zurückgegangen; regional ist die Art nur noch sehr selten anzutreffen. Allerdings unterliegt sie auch starken Häufigkeitsschwankungen: Lokal ist sie oft über längere Zeit selten, kann dann aber vorübergehend wieder häufiger auftreten.
Gefährdet wird die Art vor allem durch den Rückgang strukturreicher Waldmantelgesellschaften in sonniger Lage sowie lokal durch Insektizide im Obstbau (möglicherweise solche gegen die Kirschfliege) und durch den Rückgang von Streuobstflächen.
In Österreich wird Nymphalis polychloros derzeit als Vorwarnstufe (NT – Near Threatened) eingestuft.
Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.


