Großer Feuerfalter (Lycaena dispar)

Merkmale

Der Große Feuerfalter (Lycaena dispar) erreicht eine Flügelspannweite von etwa 27–40 mm. Die Art zeigt einen deutlichen Sexualdimorphismus: Männchen sind oberseits meist leuchtend kupfer- bis orangerot, mit schmalem schwarzem Saum und je einem feinen schwarzen Strichfleck auf den Vorderflügeln. Weibchen sind meist größer und weniger leuchtend, mit ausgeprägter dunkler Zeichnung auf den Vorderflügeln sowie breiterem Saum; die Hinterflügeloberseite ist überwiegend dunkelbraun mit einer orangeroten Binde zum Außenrand hin. Die Flügelunterseiten sind bei beiden Geschlechtern ähnlich. Die Vorderflügelunterseite ist hell orange mit blaugrauer Außenbinde, die Hinterflügelunterseite blaugrau mit einer breiten orangefarbenen Außenbinde. Auf beiden Flügelpaaren sitzen zahlreiche schwarze, hell umrandete Flecken. Typisch sind außerdem die hellen Fransen am Flügelrand.

Weitere Details und Fotos beim Lepiforum.

Verwechslungsmöglichkeit

Verwechslungen sind auf den ersten Blick mit anderen Feuerfalter-Arten (Lycaena spp.) möglich. Die blaugraue Hinterflügelunterseite mit orangefarbener Außenbinde sowie die hell umrandeten schwarzen Flecken sind jedoch sehr charakteristisch. In der Praxis hilft auch der Lebensraum: Der Große Feuerfalter ist an feuchte bis wechselfeuchte Standorte mit passenden Ampferbeständen gebunden.

Großer Feuerfalter - Lycaena dispar (Männchen)
Foto: Robert Petschar
Großer Feuerfalter - Lycaena dispar (Weibchen)
Foto: Alfred Leitgeb

Nahrung der Raupe

Die Raupen fressen an Ampfer-Arten (Rumex spp.), z. B. an Fluss-Ampfer (Rumex hydrolapathum), Wasser-Ampfer (Rumex aquaticus), Krausem Ampfer (Rumex crispus) oder Stumpfblättrigem Ampfer (Rumex obtusifolius).

Lebensraum

Der Große Feuerfalter ist eine mesophile Offenlandart und besiedelt vor allem Feuchtlebensräume: bevorzugt Bereiche in der Nähe langsam fließender Gewässer, außerdem Feucht- und Nasswiesen, Wiesenbrachen, Hochstaudenfluren, Auen, Moore sowie sekundär auch Ton- und Kiesgruben. Entscheidend ist ein Mosaik aus Flächen mit Raupenfutterpflanzen (Ampfer) und einem guten Nektarpflanzenangebot für die Falter. Sporadisch kann die Art auch in gestörten, nährstoffreichen Offenlandbiotopen vorkommen. In klimatisch begünstigten Gebieten steigt sie meist bis etwa 500 m auf, nur gelegentlich auch bis 1000 m.

Flugzeit als Falter

Der Falter fliegt meist in zwei Generationen: von Mai bis Juli und von August bis September. In Ostösterreich kann es in warmen Jahren zusätzlich zu einer partiellen dritten Generation kommen (dann bis August/September). In manchen Regionen tritt dagegen nur eine Generation auf (Juni bis Juli).

Wie überdauert die Art den Winter?

Die Überwinterung erfolgt als Raupe.

Lebensweise und Interessantes

Der Große Feuerfalter wird auch Großer Ampfer-Feuerfalter genannt.

Die Männchen zeigen ein ausgeprägtes Revierverhalten und nutzen auffällige Vegetationsstrukturen als „Treffpunkte“ mit Weibchen. Die Falter sind gute Flieger und können zur Paarung und Nahrungssuche auch weiter umherschwärmen.

Gefährdet wird die Art vor allem durch zu intensive oder großflächige Mahd, Entwässerung bzw. Grundwasserabsenkung sowie durch Verbuschung und Gehölzsukzession, die zum Verlust von Ampferbeständen führen.

Lycaena dispar ist eine FFH-Art und in der EU streng geschützt (FFH-Anhang II und IV). In Österreich wird die Art derzeit aber als ungefährdet (LC – Least Concern) geführt.

Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.

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