Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus)
Merkmale
Der Faulbaum-Bläuling (Celastrina argiolus) ist ein kleiner Bläuling mit einer Flügelspannweite von etwa 20–30 mm. Die Art zeigt wie viele Bläulinge einen deutlichen Sexualdimorphismus: Die Flügeloberseite der Männchen ist leuchtend himmel- bis silbrigblau, teils mit violettem Schimmer, und besitzt einen schmalen dunklen Saum. Die Weibchen sind oberseits hellblau gefärbt und haben einen deutlich breiteren dunklen Rand, der bei der Sommergeneration noch weiter in Richtung Flügelmitte ausgedehnt ist. Beide Geschlechter haben eine weiße Befransung, die vor allem auf der Vorderflügelunterseite leicht gescheckt erscheint. Die Flügelunterseite ist bei beiden Geschlechtern nahezu weiß bis blass blaugrau und nur sehr schwach gezeichnet. Charakteristisch ist die stark reduzierte Punktzeichnung: Auf den Vorderflügeln sind die Markierungen häufig strichartig statt punktförmig ausgeprägt. Orangefarbene Randmonde fehlen vollständig.

Verwechslungsmöglichkeit
Der Faulbaum-Bläuling kann anhand der sehr hellen, reduziert gemusterten Flügelunterseite ohne orange Randmonde gut von anderen Bläulings-Arten unterschieden werden. Besonders die feinen, strichartigen Zeichnungen sind ein zuverlässiges Bestimmungsmerkmal.
Nahrung der Raupe
Die Raupen sind polyphag; haben also ein breites Nahrungsspektrum. Sie ernähren sich vor allem von Blüten. Wichtige Futterpflanzen sind unter anderem Faulbaum (Frangula alnus), Roter Hartriegel (Cornus sanguinea), Mädesüß (Filipendula ulmaria), Heidekraut (Calluna vulgaris), Brombeer-Arten (Rubus spp.), Blutweiderich (Lythrum salicaria), Zaunwicke (Vicia sepium) sowie zahlreiche weitere Arten aus den Familien der Rosengewächse (Rosaceae) und Hülsenfrüchtler (Fabaceae).
Lebensraum
Der Faulbaum-Bläuling besiedelt ein breites Spektrum an sowohl feuchten wie auch trockenen Gehölzlebensräumen. Er kommt vor allem in lichten Laub- und Mischwäldern, an Waldrändern, in Heckenlandschaften sowie in Gärten und Parks in Siedlungsnähe vor. Die Art kommt überwiegend in tieferen Lagen vor und steigt nur gelegentlich bis etwa 1500 m.
Flugzeit als Falter
Der Faulbaum-Bläuling fliegt bivoltin (zwei Generationen pro Jahr) von Ende März bis Anfang September. In Ostösterreich kann zusätzlich eine partielle dritte Generation auftreten.
Wie überdauert die Art den Winter?
Die Überwinterung erfolgt im Puppenstadium.
Lebensweise und Interessantes
Der Faulbaum-Bläuling ist tagaktiv und fliegt meist einzeln in einem schnellen, rastlosen Flug. Er zählt zu den frühesten Bläulingen des Jahres.
Die Art wird auch als Garten-Bläuling bezeichnet, da sie als Kulturfolger zunehmend in Gärten und Parkanlagen anzutreffen ist. Lokal profitiert sie von strukturreichen Landschaften mit Hecken, Gebüschen und naturnahen Wäldern. Trotz früherer Häufigkeit ist sie regional mancherorts seltener geworden.
In Österreich gilt Celastrina argiolus derzeit als nicht gefährdet (LC – Least Concern).
Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.


