Esparsetten-Bläuling (Polyommatus thersites)
Merkmale
Der Esparsetten-Bläuling (Polyommatus thersites) ist ein kleiner Bläuling mit einer Flügelspannweite von etwa 28–32 mm. Es besteht ein ausgeprägter Sexualdimorphismus: Die Männchen sind auf der Flügeloberseite leuchtend hell- bis violettblau gefärbt, mit schmalem schwarzem Rand und weißem, ungeschecktem Fransensaum. Auf der inneren Hälfte der Vorderflügel befindet sich ein meist gut sichtbarer, ausgedehnter Duftschuppenfleck. Die Weibchen sind überwiegend matt braun bis graubraun gefärbt und tragen orangefarbene Randmonde auf beiden Flügeln, die im Bereich der Vorderflügelspitzen reduziert sind. Oft ist eine violett-bläuliche Bestäubung zu erkennen, besonders an der Flügelbasis. Die Flügelunterseite ist beim Männchen mokkabraun, beim Weibchen eher graubraun. Die schwarze Punktezeichnung ist bei beiden Geschlechtern deutlich ausgeprägt.

Verwechslungsmöglichkeit
Der Esparsetten-Bläuling kann insbesondere mit dem Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) verwechselt werden. Dieser besitzt jedoch in der Regel einen Wurzelfleck auf der Vorderflügelunterseite, der beim Esparsetten-Bläuling fehlt. Der Wurzelfleck ist ein schwarzer Fleck an der Basis der Vorderflügel-Unterseite, der bei einigen Bläulings-Arten zu sehen ist. Allerdings treten beim Hauhechel-Bläuling vereinzelt ebenfalls Individuen ohne diesen Fleck auf. Lebensraum und die enge Bindung an Esparsetten können zusätzliche Hinweise liefern, eine eindeutige Bestimmung ist meist nur durch Genitaluntersuchung möglich.
Nahrung der Raupe
Die Raupen ernähren sich überwiegend von Esparsetten (Onobrychis spp.), insbesondere von der Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia), der Sand-Esparsette (Onobrychis arenaria), der Felsen-Esparsette (Onobrychis saxatilis) sowie der Niederliegenden Esparsette (Onobrychis supina).
Lebensraum
Der Esparsetten-Bläuling ist eine xerotherme, also wärmeliebende Art. Er besiedelt trockene bis mäßig trockene, sonnige Standorte wie (Kalk-)Magerrasen, Trockenwiesen, felsdurchsetzte Hänge, Böschungen, extensiv genutzte Wiesen sowie aufgelassenes Kulturland. Entscheidend ist stets das Vorkommen von Esparsetten. Die Art kommt meist bis etwa 1500 m, selten auch bis 2200 m Höhe vor.
Flugzeit als Falter
Der Esparsetten-Bläuling ist meist bivoltin (zwei Generationen pro Jahr). Die erste Generation fliegt überwiegend von Mai bis Juni, die zweite von Juli bis September. Die Flugzeiten sind stark witterungsabhängig: In sehr warmen Regionen kann eine partielle dritte Generation auftreten, in höheren Lagen bleibt es häufig bei nur einer Generation.
Wie überdauert die Art den Winter?
Die Überwinterung erfolgt im Raupenstadium.
Lebensweise und Interessantes
Die Raupen leben myrmekophil; leben also eng mit Ameisen, wie z.B. der Gattungen Myrmica („Rote Ameise“), Tapinoma und Lasius („Wegameise“) zusammen.
Der Esparsetten-Bläuling ist ein ausgeprägt sonnenliebender Falter. Die Art ist eng an das Vorkommen von Esparsetten gebunden; ein Rückgang dieser Pflanzen wirkt sich unmittelbar negativ auf die Populationen aus.
In Österreich wird Polyommatus thersites in der Roten Liste als gefährdet (VU – Vulnerable) geführt.
Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.


