Eros-Bläuling (Polyommatus eros)
Merkmale
Der Eros-Bläuling (Polyommatus eros) hat mit eine Flügelspannweite von etwa 23–28 mm. Die Art zeigt einen ausgeprägten Sexualdimorphismus: Die Flügeloberseite der Männchen ist leuchtend silbrig-himmelblau bis türkisblau gefärbt und trägt einen kleinen Duftschuppenfleck. Die Weibchen sind überwiegend dunkelbraun bis graubraun gefärbt und zeigen häufig eine bläuliche Bestäubung an der Flügelbasis. Bei beiden Geschlechtern ist der Fransensaum ist weiß und ungescheckt. Die Flügelunterseite ist beim Männchen hellgrau, beim Weibchen meist mokkabraun. Beide Geschlechter besitzen auf den Hinterflügeln eine Reihe blasser, orangefarbener Randmonde; auf den Vorderflügeln fehlen diese häufig. Charakteristisch ist ein schwarzer Punkt im mittleren Bereich der Vorderflügelunterseite.

Verwechslungsmöglichkeit
Vor allem das Weibchen des Eros-Bläulings kann mit anderen Arten der Gattung Polyommatus verwechselt werden, insbesondere mit dem Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus). Allderdings ist die Unterseite der Flügel beim Hauhechel-Bläuling meist deutlich kontrastreicher gezeichnet als beim Eros-Bläuling. Der silbergrüne Bläuling (Lysandra coridon) ähnelt dem Eros-Bläuling in beiden Geschlechtern, ist aber größer und hat einen gescheckten Flügelrand. Eine sichere Abgrenzung zu anderen Arten der Gattung Polyommatus ist in schwierigen Fällen oft nur durch eine Genitaluntersuchung möglich.
Nahrung der Raupe
Die Raupen ernähren sich von Schmetterlingsblütlern (Fabaceae), insbesondere von Fahnenwicken-Arten (Oxytropis spp.), wie dem Alpen-Spitzkiel (Oxytropis campestris), sowie von Tragant-Arten (Astragalus spp.).
Lebensraum
Der Eros-Bläuling ist eine typische Gebirgsart und besiedelt warme, trockene und magere Standorte wie alpine Almwiesen und Matten, Lawinenschneisen sowie Geröll- und Schutthalden. Er bevorzugt sonnige, blütenreiche Rasen, meist in Höhen zwischen etwa 1800 und 2500 m, tritt regional jedoch bereits ab etwa 1000 m auf.
Flugzeit als Falter
Der Eros-Bläuling fliegt eine Generation pro Jahr (univoltin), meist von Juni bis August, regional bis Mitte September.
Wie überdauert die Art den Winter?
Die Art überwintert im jungen Raupenstadium.
Lebensweise und Interessantes
Der Eros-Bläuling ist im Raupenstadium myrmekophil, also lebt in Symbiose mit Ameisenarten wie Myrmica gallienii oder Formica lemani (gehört zu den Waldameisen). Die Raupen werden von den Ameisen versorgt und geben im Gegenzug ein zuckerhaltiges Sekret ab. Die adulten Falter sind stark sonnenliebend und halten sich bevorzugt an offenen, warmen Standorten auf, wo sie sich häufig mit geöffneten Flügeln sonnen. Die Männchen saugen gern an feuchten Erdstellen, während die Weibchen blütenreiche Matten aufsuchen und vor allem an Margeriten und Flockenblumen Nektar aufnehmen. Die Art lebt überwiegend in wenig vom Menschen beeinflussten Gebirgsregionen, ist regional jedoch durch intensive Rinderbeweidung in alpinen Lebensräumen gefährdet.
Die Art wird in mehrere Unterarten gegliedert; europarechtlich streng geschützt ist dabei nur die Unterart Polyommatus eros eroides (teils auch als eigene Art Polyommatus eroides geführt): Sie ist in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der EU in Anhang II und Anhang IV gelistet.
In Österreich wird Polyommatus eros in der Roten Liste in der Vorwarnstufe (NT – Near Threatened) geführt.
Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.


