Alpen-Perlmuttfalter (Boloria thore)
Merkmale
Der Alpen-Perlmuttfalter (Boloria thore) erreicht eine Flügelspannweite von etwa 28–34 mm. Die Flügeloberseite ist orangebraun gefärbt und zeigt eine ausgedehnte dunkelbraune (nicht schwarze) Färbung. Die schwarzen Randflecken der Hinterflügeloberseite können zu einer durchgehenden Binde verschmolzen sein. Die Männchen sind etwas kleiner als die Weibchen und bei ihnen erscheint vor allem die Hinterflügeloberseite oft dunkler. Die Flügelunterseiten sind bei beiden Geschlechtern ebenfalls relativ kontrastarm gezeichnet. Die Hinterflügelunterseite ist rostrot bis gelblichbraun und zeigt ein breites, einheitlich gelbes Mittelband.

Verwechslungsmöglichkeit
Die dunklen Flecken auf der Flügeloberseite des Alpen-Perlmuttfalters sind deutlich verschwommener als bei vielen anderen Boloria-Arten und die Falter wirken dadurch insgesamt dunkler. Der Gletscher-Perlmuttfalter (B. napaea) kommt ebenfalls in hohen Lagen vor, hat aber eine deutlich feinere Flügelzeichnung und kontrastreichere Unterseitenzeichnung mit hellen Perlmuttflecken, die beim Alpen-Perlmuttfalter fehlen. Auch der Mädesüß-Perlmuttfalter (Brenthis ino) kann ähnlich wirken, der Alpen-Perlmuttfalter unterscheidet sich jedoch durch die auffällig gelbe Mittelbinde auf der Hinterflügelunterseite.
Nahrung der Raupe
Die Raupen ernähren sich überwiegend von Veilchenarten (Viola spp.), insbesondere vom Zweiblütigen Veilchen (Viola biflora) sowie vom Berg-Veilchen (Viola canina ssp. montana).
Lebensraum
Der Alpen-Perlmuttfalter ist eine bergwaldgebundene Art. Er besiedelt feuchte, halbschattige alpine und subalpine Rasen, Waldwiesen, Lawinenrunsen sowie naturnahe Bachufer innerhalb oder am Rand lichter Laubmischwälder. Bevorzugt werden kühle, luftfeuchte Standorte, häufig an Nordhängen. Die Art kommt meist zwischen 800 und 1800 m – bis an die Baumgrenze – vor.
Flugzeit als Falter
Der Alpen-Perlmuttfalter fliegt in einer Generation pro Jahr von Juni bis August. Die Flugzeit ist relativ kurz mit nur zwei bis drei Wochen.
Wie überdauert die Art den Winter?
Die Entwicklung erstreckt sich in der Regel über zwei Jahre, da die niedrigen Temperaturen und die kurze Vegetationsperiode in höheren Lagen die Entwicklung verzögern. Die Überwinterung erfolgt im ersten Jahr als Jungraupe, im zweiten Jahr als halb ausgewachsene Raupe.
Lebensweise und Interessantes
Der Alpen-Perlmuttfalter wird auch als Bergwald-Perlmuttfalter bezeichnet. Der wissenschaftliche Name leitet sich von Thor, dem nordischen Gott des Donners, ab.
Die Art lebt in kühlen, feuchten Bergwäldern in den Alpen. Aufgrund dieser ökologischen Bindung gilt die Art als potenziell durch den Klimawandel gefährdet. Veränderungen der Schneedecke, zunehmende Austrocknung von Schneetälern aber auch Eingriffe in die Landschaft (z. B. für touristische Nutzung, Skipistenbau) können lokal zu Bestandsrückgängen führen.
In Österreich wird Boloria thore derzeit auf der Roten Liste als gefährdet (VU – Vulnerable) geführt.
Bestandsentwicklung
Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.


