Ähnlicher Perlmuttfalter (Boloria napaea)

Merkmale

Der Ähnliche Perlmuttfalter (Boloria napaea) erreicht eine Flügelspannweite von etwa 28–34 mm; die Weibchen sind meist größer als die Männchen. Die Flügeloberseite ist bei beiden Geschlechtern orange- bis rötlichbraun und schwarz gezeichnet. Männchen wirken dabei oft leuchtender rötlichbraun, während Weibchen meist dunkler bestäubt sind und häufig einen violetten Schimmer zeigen. Die Flügelunterseite ist insgesamt kontrastärmer gezeichnet als bei ähnlichen Arten. Besonders typisch ist auf der Hinterflügelunterseite ein gelblich- bis grünlich wirkender Bereich. Die Vorderflügelunterseite ist orange, mit gelblicher Flügelspitze und meist nur schwach ausgeprägten dunklen Flecken. Bei den Weibchen kann die Unterseite recht variabel sein und in verschiedenen Erscheinungsformen auftreten: Die hellere Form ist gelbgrünlich getönt (selten mit leicht violettem Ton), mit deutlich gelben Bereichen, besonders auf der Hinterflügelunterseite. Die dunklere Form eher violettbraun bis grünbraun, mit rötlichen und hellen Zeichnungselementen. Bei den Männchen ist die Bestimmung oft schwieriger; Hinweise geben eine eher „schmutzig weiß“ wirkende Weißzeichnung auf der Hinterflügelunterseite sowie die insgesamt weniger kontrastreiche Unterseitenzeichnung.

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Ähnlicher Perlmuttfalter - Boloria napaea
Foto: Julius Falck

Verwechslungsmöglichkeit

Am häufigsten wird die Art mit dem Hochalpen-Perlmuttfalter (Boloria pales) verwechselt; außerdem kommen Verwechslungen mit Hochmoor-Perlmuttfalter (Boloria aquilonaris) und Alpen-Perlmuttfalter (Boloria thore) vor.
Für die Bestimmung sind vor allem die Unterseite der Hinterflügel, die Gesamttönung (bei B. napaea oft grünlicher und kontrastärmer) sowie bei den Weibchen die häufige dunkel-violette Bestäubung der Oberseite wichtig. Bei den Männchen kann außerdem eine schmalere, schwarze gezackte Linie auf der Vorderflügeloberseite Hinweise geben. Beim Alpen-Perlmuttfalter sind die schwarzen Zeichnungselement auf den Flügeloberseiten kräftiger ausgeprägt.
In alpinen Gebieten fliegen B. napaea und B. pales teils gemeinsam; eine sichere Trennung ist dann – besonders bei den Männchen – nicht immer möglich und gelingt nur über Genitalmerkmale.

Nahrung der Raupe

Die Raupen fressen an Veilchen und Knöterich-Arten, z. B. am Zweiblütigen Veilchen (Viola biflora) und am Knöllchen-Knöterich (Polygonum viviparum).

Lebensraum

Die adulten Falter halten sich auf flachgründigen Matten, Almwiesen und Almweiden sowie in Hochstaudensäumen oder an Bächen auf. Die Raupen leben auf offenen, steinigen Flächen wie Schutthalden oder Lawinenzügen. Die Art ist in Höhenlagen von 1200–2800 m, selten bis 3000 m zu finden.

Flugzeit als Falter

Die Art fliegt in der Regel in einer Generation pro Jahr (univoltin), meist von Juni bis Ende August, teils auch bis Mitte September.

Wie überdauert die Art den Winter?

Die Art überwintert als junge Raupe. In kälteren Regionen kann die Entwicklung verlängert sein und sich über zwei Vegetationsperioden erstrecken.

Lebensweise und Interessantes

Der Ähnliche Perlmuttfalter wird auch Großer Hochalpen-Perlmuttfalter genannt. Die adulten Tiere fliegen bevorzugt über blütenreiche Gebirgswiesen. Im Wald beobachtet man sie meist nur bei der Nahrungssuche. Die Falter bilden oft Schlafgemeinschaften. Die Art ist weit verbreitet und kommt bis nach Alaska und Ostasien vor.

In Österreich wird Boloria napaea als ungefährdet (LC – Least Concern) geführt.

Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.

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