Flockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe)

Merkmale

Der Flockenblumen-Scheckenfalter (Melitaea phoebe) fällt durch seine Größe auf, da er mit einer Flügelspannweite von 32–42 mm die größte in Österreich heimische Scheckenfalter-Art ist. Die Flügeloberseite ist orange-braun mit dunkler Netzzeichnung. Typisch ist eine Reihe sichelförmiger orangefarbener Randflecken auf der Vorderseite, von denen einer deutlich weiter in die Flügelmitte hineinragt als die übrigen. Die Hinterflügelunterseite ist gelblich bis ockerfarben und zeigt ein kontrastreiches Muster aus hellen Feldern mit zwei Reihen orange-roter Flecken, die nach innen durch schwarze, U-förmige Bögen eingefasst sind.

Weitere Details und Fotos beim Lepiforum.

Flockenblumen-Scheckenfalter - Melitaea_phoebe
Foto: Helmut Haselmair

Verwechslungsmöglichkeit

Der Flockenblumen-Scheckenfalter ähnelt anderen Scheckenfalter-Arten und kann leicht mit dem Wegerich-Scheckenfalter (Melitaea cinxia) verwechselt werden. Dieser besitzt jedoch schwarze Punkte am Rand der Hinterflügeloberseite. Außerdem fehlen ihm die schwarzen Bögen, die beim Flockenblumen-Scheckenfalter auf der Unterseite der Hinterflügel die orangefarbenen Flecken einfassen.

Nahrung der Raupe

Die Eier werden in Gelegen mit bis zu etwa 300 Eiern vor allem an Flockenblumen (Centaurea-Arten) und Disteln (Cirsium-Arten) abgelegt. Die Raupen fressen unter anderem an Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa), Tauben-Skabiose (Scabiosa columbaria) sowie an verschiedenen Kratzdisteln (Cirsium spp.).

Lebensraum

Der Flockenblumen-Scheckenfalter ist eine xerothermophile Art und besiedelt warme, trockene bis mäßig trockene Offenlandhabitate wie höherwüchsige Magerrasen, Trockenhänge, blütenreiche Saumgesellschaften, Böschungen und andere extensiv genutzte Wiesenstandorte. In den Alpen kommt die Art unter anderem auf vegetationsarmen Schotterhalden tiefer Taleinschnitte vor und steigt regional bis etwa 1500–1900 m.

Flugzeit als Falter

Der Flockenblumen-Scheckenfalter fliegt meist in zwei Generationen von Mai bis September. In sehr warmen Regionen können bis zu drei Generationen auftreten, in kühleren Gebieten und Gebirgsregionen bleibt es oft bei einer Generation von etwa Mitte Juni bis Anfang August.

Wie überdauert die Art den Winter?

Die jungen Raupen leben gesellig in Gespinsten an den Futterpflanzen. Sie überwintern im Larvenstadium und benötigen im folgenden Jahr meist noch bis in den Sommer, bevor sie sich verpuppen.

Lebensweise und Interessantes

Der Flockenblumen-Scheckenfalter ist häufig auf Blüten unterwegs und dadurch gut zu beobachten, befindet sich jedoch in vielen Regionen bereits im Rückgang. Werden Wiesen im Herbst bodennah gemäht, können dabei leicht die Überwinterungsgespinste der Raupen zerstört werden.

Auf europäischer Ebene wird die Art als „Least Concern“ (nicht gefährdet) eingestuft. In Österreich liegen für einzelne Bundesländer Hinweise auf deutliche Bestandsrückgänge vor, etwa im Raum Wien. In der nationalen Roten Liste wird der Flockenblumen-Scheckenfalter daher als „Vulnerable“ (gefährdet) eingestuft.

Bestandsentwicklung

Die Bestandsentwicklung wurde basierend auf den im Viel-Falter Monitoring erhobenen Daten berechnet. Hier kannst du nachlesen, wie genau die Berechnung funktioniert.

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